Freitag, September 28, 2007

Mehr Liebe ist der Schlüssel


Vor einer Woche rief ich eine Gruppe mit dem oben genannten Titel ins Leben. Unvorstellbar, bis jetzt zählen wir über hundert Mitglieder. Es würde mich daher sehr freuen, wenn Buttons auf Blogs, wie weitere Mitglieder folgen würden.
Zum Inhalt:

In einer Zeit, in der menschlicher Austausch nicht mehr reibungslos abläuft, ist es wichtig ein Mensch zu sein, der ehrlich, freundlich, herzlich und vor allem mit Mitgefühl lebt.
Jeder und alles ist erlaubt.

Mittwoch, September 26, 2007

tsbreH - alljährlich


Der Regen prasselt unaufhörlich hernieder, aber wir sind nicht mehr in Bern. Menschen wirken grau und gedrungen. Ein Schlurfen auf maschinell gefertigten Sohlen, abgeschottet durch Schirme. Lachfalten entstehen kaum. Gedanken an Überwachung und Transrapid. Gespräche über entfernte Orte, an welchen die Sonnenstrahlen spielen und die Leichtigkeit regiert. Jedes Jahr fast das gleiche Spiel und doch dieselbe Reaktion. Normalität?

Montag, September 24, 2007

Überdruß ist die körperliche Empfindung des Chaos, welches der Verstand in Existenz zu kleiden wünscht, jedoch niemals authentisch zu sein vermag..

Freitag, September 21, 2007

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 10

Jede Woche stelle ich Euch Bücher, welche ich in der jeweiligen Woche gelesen habe, vor. Heute: Das glückliche Schwein



Die in New Hampshire lebende Autorin, Filmerin und Naturforscherin Sy Montgomery hat mit "Das glückliche Schwein" ein Sachbuch über die wahren Geschichte von fast zwei Jahrzehnten des Haltens eines Hausschweins geschrieben.
In einem Schukarton auf ihrem Schoße kam Christopher Hogwood zu Sy nach Hause. Er ist zu schwach um ihm ernsthafte Überlebenschancen einzuräumen, doch kämpft sich Dank der Hilfe des Ehepaars Montgomery ins Leben. Bald schwindet der anfängliche Einfluß seiner menschlichen Eltern mehr und mehr und das Schwein beginnt den Lebenwesen seines Umfelds seinen Stempel aufzudrücken. Ein Bericht von Menschen und Tieren oder vielmehr von der Harmonie aller Lebewesen untereinander.

Einige der besten Zeilen, soweit dies bei einem Sachbuch möglich erscheint:
- Zu ihrem Entsetzen mussten sie feststellen, dass ihre biologisch-dynamisch ernährten Kinder manchmal nachts in den Scheinestall schlichen, um sich Süßigkeiten zu holen, die für die Schweine gedacht waren.
- In freier Wildbahn lockt so ein Ferkel oft Raubtiere an. Deshalb wird die Muttersau einen Kümmerer unweigerlich totbeißen.
- Schweine kuscheln sich beim Schlafen ztusammen, und wenn sie Angst haben, kleben Ferkel geradezu aneinander.
- Freilaufende Schweine waren allen Amerikanern bis vor ungefähr hundert Jahren eine wohlvertraute Erscheinung, und das nicht nur auf dem Land.... Im Grunde genommen gefiehl das allen recht gut, bis die Schweine zu dreist wurden und anfingen, die Leute von den Bürgersteigen zu schubsen.
-Deshalb hat Jesus den Teufeln erlaubt in die Schweine zu fahren, und die haben sich dann von den Klippen ins Meer gestürzt. Aber was konnten die armen Schweine dafür?.... Vielleicht hat er Schweine nicht leiden können.
-Meine ungeduldige Fantasie wanderte über die Kontinente und blätterte in den ungeschriebenen Büchern von morgen.
- Schweinehaut ist der Haut des Menschen so ähnlich, dass sie oft für vorübergehende Hauttransplantationen benutzt wird.
- Der Zorn war aus meinem Herzen gewichen und an seiner Stelle spürte ich Befreiung, die man empfindet, wenn man vergibt.

Die amerikanische Autorin beschreibt in "Das glückliche Schwein- Das außergewöhnliche Leben des Christopher Hogood" den Einfluß von Gutmütigkeit und Zuneigung in gänzlich anderer Art, als sie vielen Menschen jemals auch nur in Gedanken erschienen sind.
286 Seiten / Dtv-Verlag / 8,95 Euro

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Donnerstag, September 20, 2007

Vielleicht einfach von der Seele schreiben


Wenn Herzen sehen könnten, wären viele vielleicht blind. Das ist die Stadt der Liebe. Welche Stadt, welches Land, welche Welt? Auf der Suche nach der Liebe, der einizig wahren, so hallt es vielleicht aus den Kehlen und Kopfen. Verloren vielleicht das Gefühl, das Mitgefühl. Vielleicht Sätze über andere, über Besseres, Anderes oder Einfacheres. Vielleicht keine Nettigkeiten, viel Heuchelei, wenig Verständnis. Vielleicht wären viele ziellos, wenn diese Dinge nicht existieren würden. Ad absurdum, auf der Suche zu sein und dabei den Weg vielleicht verlassen zu haben. Da höre ich N. sagen, ich würde alles auf chemische Prozesse reduzieren. Vielleicht. K. sagt, ich würde nach der Lösung für alle suchen. Vielleicht. Meine Gedanken kreisen vielleicht gerade um das Wohlwollen. Das Gesamte und für jeden. Ich bin jedoch vieleicht nur ein Mensch und so kann ich meine Vergangenheit nicht wie einen alten Mantel abstreifen. Rechtfertige ich gerade? Vielleicht ist die Rechtfertigung der Stein, welcher den Denkprozess stetig höhlt. Von Zeit zu Zeit arbeitet man vielleicht zu hart an sich selbst und findet weg von sich. Vielleicht ist es möglich nicht mehr sich selbst zu sein. Irgendwie bin ich vielleicht immer ich selbst. In meinen Fehlern, in meinen Taten und in meinem Herzen. Ein Herz wie ein Stein ist vielleicht auch nur erkaltet. Vielleicht kann alles was kälter wird, wieder Wärme aufnehmen. Vielleicht ist die Seele kein Punkt. Vielleicht hat das Leben keinen Punkt. Vielleicht.

Dienstag, September 18, 2007

Rekonstruktion (m)eines Unfalls


Sonne. September. Sommerferien. Sonntag.
Wir, Steve O, sein älterer Bruder und ich trafen uns bei Marcus.
Als Stunden später die Dämmerung bevorstand, verabschiedeten wir uns.
Ich wollte die Geschwister mit meiner Vespa drei Strassen weiter zu ihrem Haus fahren.
Obermenzing. Wöhlerstraße Ecke Karwinskistraße.
Es wird schwarz.
Ich wache auf. Liege auf dem Asphalt.
Es wird schwarz.
Ich wache auf. Sehe meine Mutter, stammle "es tut mir leid" und erbreche.
Es wird schwarz.
Ich wache auf. Liege in einem Krankenhausbett. Meine Mutter sitzt am Bett.
Der Oberschenkelknochen.

Montag, September 17, 2007

Wenn doch alle menschlichen Zwänge wie Ampeln ausfallen könnten......

Mittwoch, September 12, 2007

Vergiss das nicht.


(Bild: Baselitz)
Ich kenne dieses Haus. Seine morschen Treppen, die hellen Gänge, begrenzt von den strahlend weissen Wände. Durch die leicht geöffneten Fenster dringt der Geruch grünen Grases und der Tannen. Leichter Regen prasselt auf das Ziegeldach und im Kamin kann man das Knacken des Holzes vernehmen. Dinge sind zu tun, jedoch eilt nichts. Ein Leben in geregelten Bahnen. Der Kühlschrank gefüllt und alles ist ordentlich und sauber. Immer in Gesellschaft, wie von Engeln bewacht. Am Abend werde ich selig und süß einschlafen.
Morgen früh dann, so Gott will, werde ich wieder geweckt
Das Elternhaus ist der Ort, an dem man sein ganzes Leben verbringt.

Donnerstag, September 06, 2007

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 9

Jede Woche stelle ich Euch Bücher, welche ich in der jeweiligen Woche gelesen habe, vor. Heute: Froschkönig

In seinem zweiten Roman ,nach "Goodbye, Lemon" (noch nicht ins Deutsche übersetzt), erzählt der 1971 in Louisville geborene Dozent und Autor Adam Davies die Geschichte des Verlagsangestellten und Antihelden Harry.
Beeits zu Beginn des Buches scheint es, als ob sich in den Zeilen eine Mischung aus Phillip Djians Werken mit Bret Easton Ellis Romanen vereinigt, woraus diese tragisch-komische Beziehungsgeschichte entstanden ist.
Ein, nicht mehr ganz junger New Yorker Weltverneiner, der Don Quijote-gleich ,im Grunde in all seinen Handlungen den Kampf ,alleinig mit sich selbst, ausficht. Reize und Beziehungsprobleme verhüllen die Sicht des Protagonisten auf das Wesentliche, während für Harry die Flucht zum Stilmittel seiner Lebensführung wird.

Einige der besten Zeilen:
- Es ist dunkel, alle schweigen. In solchen Augenblicken kann man nur an sich selbst denken, an nichts anderes.
- ...mit der Ballettänzerin, die so nett war, dass ihre eigene Persönlichkeit dahinter verschwand.
- Sie fehlt mir (die Unterhose). Ich habe sie immer noch nicht zurück. Sie fehlt mir. Auf der Unterhose war ein Bild der Muppet-Figur Das Tier, und darunter stand die Textzeile Tier will Frau haben.
- Die Luft wird zur Nachtluft - kühler, reumütig.
- Etwas später wird mir klar, wie sie mich vor ihrer Flucht genannt hat; einen blöden Scheiß-Stimpson. Es ist das von mir ausgedachte Wort, das, wie ich ihr einmal im Suff gesagt hatte "Riesenarschloch" bedeutet und mein zweiter Vorname.
- Mich juckt es. Meine Kopfhaut zieht sich über dem Schädel zusammen. Mein Arschloch zuckt nervös, wie die Nase eines Kaninchens, was bewirkt, dass ich mich auf meinem Stuhl winde.
- S.206
- Zurück an der Bar, bestelle ich noch eins. Und noch eins. Und danach noch eins. Ich habe vor, so lange zu trinken, bis ich nichts mehr fühle. Doch das klappt so nicht. Ich fühle einfach immer weiter.
- Dieses erbärmliche kleine New Age/Kenny G/Greenpeace/getönte Sonnenbrillen tragende/koffein-frei Sojamilch-Latte-Cappuccino/Musikzeitschriften lesende/Yanni hörende/vom-Mars-und-Venus-Arschloch! Wie konntest Du nur? Mit mir solltest Du zusammen sein! Mir mir mir mir mir mir.
- Wie werden erwachsene Männer Freunde, ohne auf schmutzige Witze, Alkohol, einem Wettlauf zum Zähneputzen oder einen Wettbewerb, wer mehr coole Wörter kennt, zurückgreifen zu müssen?

Dieser amerikanische Autor schrieb mit "Froschkönig" ,für mich, einen der besten New Yorker Romane seit langer Zeit, welcher mir darüber hinaus am Ende sogar eine Träne abrang.
(Das Buch wird gerade, basierend auf einem Drehbuch des ,von mir sehr geschätzten Bret Easton Ellis, unter der Regie von Darren Starr (Sex & the city) verfilmt.)
384 Seiten / Diogenes Verlag / 19,90 Euro

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Mittwoch, September 05, 2007

Gefühlsfragmente


Früher stand das Heizkraftwerk dort. Immer der Gedanke, es würde einmal abheben, ähnlich sovieler Bilder aus dem Fernsehen oder Kino. Heute steht der Kran vor meinem Haus. Seine gelben Streben zeigen den Weg nach oben. Damals kappte meine Urlaubsbekanntschaft den Strom dieser Ungetüme, mit einem Bolzenschneider. Gekappt ist nichts. Ein Mensch in einer Wohnung , Quadratmeter allein, aber nicht einsam. Wie viele sind der Eisigkeit ausgesetzt, wenn sie nach dem Arbeiten nach Hause kommen! Kann sie überhaupt präsent sein. Selbstreflexion erfordere dies. Gegen Reize wie Windmühlen kämpfen, ausschalten, nicht zulassen. Nicht dem Spiel des Vergnügens nachgeben, die Leere dahinter ahnen. Kinder, die miteinander spielen. Das Pan-sche erscheit weit hinter grauen Schreibtischen. Haltet ein. Nehmt euch in die Arme, physisch und gedanklich. Gedanken verschwenden als Hobby anzugeben. Es zu betreiben. Gähnen. Mit fünfzig aufwachen und wissen, dass es nichts war. Der Kran beugt sich über mein Haus. Sein Auge sieht meine Finger über die Tasten flitzen. Lesen hat abgenommen. Die heissen Medien regieren, Was beginnt nach dem Kaltwerden? Meine Grossmutter starb, aber ich fühle sie noch immer. Keine Befriedigung. Mehr Zuneigung. Nicht um sie zu bekommen. Einfach instinktiv. Ungefiltert von Vergleichen und Wertungen. Zu wissen dass ein gewisser Wohlstand immer ausreicht und alles darüber nur die Ablenkung erhöht. Besinnen. Seinen Körper in die Seele wohlwarm einbetten. Zu wissen, man ist nie einsam. Niemals war. Ich blicke in das Auge des Krans. Er hat seine Bedrohlichkeit verloren. War nie angsteinflössend. Behände steige ich die goldgelben Sprossen nach oben und sehe über die dunkle Stadt. Wache über soviele Seelen, nein falsch, fühle mit. Wind umspielt mein Gesicht. Kalt erschien alles einst, heute ist es in die Wärme der Dunkelheit getaucht. Ich atme und bin in fast himmelhohen Spähren.

Montag, September 03, 2007

Ich habe mehr Erinnerungen, als wär ich tausend Jahre alt.


Zitat: Charles Baudelaire