Donnerstag, August 30, 2007

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 8

Jede Woche stelle ich Euch Bücher, welche ich in der jeweiligen Woche gelesen habe, vor.
Nachdem ich heute ein "Coffee-nam" (oben in Suchmaske eingeben) ähnliches Erlebnis hatte und dies herrührte, weil ich mich mit Severin Winzenburg traf, doch eine Buchrezension seines ersten Werkes.
Heute: Stille Tage in L.A



Severin Winzenburg, 1978 in Starnberg geboren, entführt uns in seinem ersten Roman auf eine komödiantische Achterbahnfahrt, die es darüberhinaus versteht das Seelenbild der heutigen Generation von Menschen um die dreissig einzufangen. Protagonist Tim fliegt mit seinem Freund Nik nach L.A. Partys, Internetbekanntschaften, Kurzbeziehungen, Skurilles und Einfühsames bildet sich in einem leicht bukowski-resken Stil zu einem Trip, der den Leser zurücklasst, als wäre auch er oder sie dabei gewesen. Ein Buch so glanzvoll, ebenso abgründig, als auch witzig und facettenreich wie diese Generation nunmal ist.

Einige der besten Zeilen:
-Ich wünschte , ich könnte verliebt sein, und mir wäre trotzdem alles egal.
-Irgendwann mal machte ich einen Witz über Sex, der uns beide einschloss.
-Der Spice-Girls-Effekt besagt ja, dass fünf durchschnittliche Mädels zusammengenommen sehr attraktiv sind...
-Komm, Nik, hier ist es scheiße. Frauen sind weg. Nur noch abgefuckte Partyprofis. So wie wir.
-Weißt Du, wir werden nie zusammen sein können. Wieso denn das? Weil deine Eltern Weihnachten feiern.
-Die Dusche war der Ort, an dem wir uns immer gut verstanden, ein Ort der unbeschwerten Heiterkeit, in einer von donnernden Streitereien durchzogenen Beziehung.
-...eine der vielen Wiedergängerinnen der Sehnsucht.
-Die Modeshow begann, und lange, sehr dünne Models führten die beschissene Kollektion samt Accessoires vor.
-..außerden ist die Erdnuss der Prolet unter den Nüssen.
-- S.70
- da die junge Generation nach dem Krieg von ihren Müttern, den Trümmerfrauen aufgezogen wurde. Die Jungs hätten gelernt, zu ihnen aufzublicken, seien zu Weicheiern geworden und würden seitdem vom Frauen verachtet.

Der Filmemacher Severin Winzenburg verfasste eine irrwitzige Reise nach L.A und in das Seelenleben der 30igjährigen.
Ich las es an einem Stück!
282 Seiten / Kiwi Paperback Verlag / 8,95 Euro

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Sonntag, August 19, 2007

Wort des Tages: "Katastrophensommer"

Freitag, August 17, 2007

Call in TV

Donnerstag, August 16, 2007

Das Elvis Virus - eine Top 10 († 16.08.1977)


Zu Ehren des dreissigsten Todestages des Königs, eine Liste von Liedern, welche ad hoc die Liebe zu diesem Künstler auszulösen vermögen. Versprochen!

1. The Next step is love
2. Just pretend
3. I´ll remember you
4. Welcome to my world
5. I´ts over
6. Suspicious minds
7. If i can dream
8. American trilogy
9. I was the one
10. Kentucky Rain
11. Something
12. I´ve lost you

Montag, August 13, 2007

Roman L liest Triebjagd 14

Sonntag, August 12, 2007

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 7

Jede Woche stelle ich Euch Bücher, welche ich in der jeweiligen Woche gelesen habe, vor.
Ab heute in den Buchläden: Don Juan de la Mancha



Robert Menasse, 1954 in Wien geboren, beschreibt in seinem sechsten Roman eine augenzwinkernde Geschichte über Liebe; Sex und Wollust. Als Chefredakteur einer Zeitung für das Ressorts "Leben" schickt er seinen Protagonisten Nathan durch einen Irrweg an Intimität, welche in Ausführungen gegenüber seines Psychiaters, Erlebnissen mit den Eltern oder in der Schul, wie Universitätszeit, die jeweiligen Prägungen zu erklären versucht. Hierbei lernt der Leser nicht nur Frau Hader, sondern auch Anne, wie Malina, oder Hannah und Christa, sowie einige weitere Frauenbekanntschaften mehr kennen. Ein Buch voller Kuriositäten, die dem eigenen Leben meißt nicht so fremd scheinen.

Einige der besten Zeilen:
-Seite 1
-Bärte sind Affenmasken auf Kindergesichtern.
-So kam es zu meiner legendären Dienstreise nach Paris, die mein Leben- nein, nicht änderte. Sondern die so verlief, dass jeder andere gesagt hätte: Sie hat mein Leben geändert
-Reden fügt genauso viel Schmerz zu wie Nichtreden.
-Ich hatte mein Leben gerettet, das "Leben" aber nicht.
-Eines Nachmittags sagte sie, dass sie mehr Sex wolle. Ich fuhr sofort einkaufen.
-Durch meine Willfährigkeit , alles richtig zu machen, wurden auch die Sonnatge zu Arbeitstagen.
-Wer begehrt kann nie befriedigt werden.....Die Befriedigung wäre der Tod der Begierde. Nichts und niemand will sterben. Auch die Begierde nicht. Sie wehrt sich. Was sich im Bett abspielt, ist der Todeskampf der Begierde, ihr Aufbäumen, die Euphorie, dann aber nicht ihr Ende, sondern der Sieg der psychischen Intensivmedizin...Was wir für Befriedigung halten, ist nur körperliche Erschöpfung.
-Du hast, wenn man von deiner Geburt weg zurückdenkt, eine Ewigkeit nicht gelebt und wirst nach deinem Leben ewig tot sein- kein Grund, diese kurze begrenzte Zeit zwischen Ewigkeit und Ewigkeit zu dramatisieren.
-Ich sehe einen Mann und eine Frau, die angestrengt glücklich ihr Unglück säen.
-Letzte Seite

Der österreichische Germanist hat einen Roman geschrieben, welcher, den virtuos, psychologischen Versuch unternimmt der allzu menschlichen Leidenschaft auf den Grund zu gehen. Komisch, bisweilen nachdenklich und selbstverständlich hinreissend unmöglich.
275 Seiten / Suhrkamp Verlag / 18,80 Euro

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Donnerstag, August 09, 2007

Richtig oder Falsch?


"Wenn du jemanden liebst, und weisst warum du ihn oder sie liebst, liebst Du nicht mehr!"

Dienstag, August 07, 2007

Dialog in Konnex zu Mallorca


Auf vielfachen Wunsch der gesamte Dialog aus der Bar:

Wie heisst der Schlagzeuger der Rolling Stones?
Charlie Watts.
Nicht Ron Wood?
Nein.
Der muss einer der besten der Welt sein.
Das ist schwierig, aber sicherlich gehört er niemals zu den besten Schlagzeugern.
Aha, und sind die Rolling Stones die Band?
Ich fand die Beatles besser.
Nein.
Ich denke die Stones sind eine reine Volkswagenband geworden. Spielen für Hausfrauen und so weiter.
Nein. Charlie Watts.
Wenn irgendwo "Hey Jude" erklingt ist jedenfalls eine schönere Atmosphere unter den Gästen, als beispielsweise bei Satisfaction. "Old habits die hard" von Mick Jagger solo, gefällt mir außerordentlich.
Sind das alles Freunde?
Sie tun jedenfalls so.
Sag, sind die Stones die beste Band der Welt?
Nein.
Doch. Die haben soviel verdient. Die sind in Brasilien vor 1,3 Millionen aufgetreten.
Wie heisst der Schlagzeuger nochmal?
Charlie Watts.
Nicht Ron Wood?
Nein.
Charlie Watts.

Donnerstag, August 02, 2007

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 6

Jede Woche stelle ich Euch Bücher, welche ich in der jeweiligen Woche gelesen habe, vor.
Heute: Rituale



Cees Nooteboom, 1933 in Den Haag geboren, entfaltet in seinem 1980 erschienenen Roman eine vordergründige tragische, bisweilen komödiantische Geschichte über den Überdruss und die Verneinung des Weltlichen. Zwischen den Zeilen entspinnt sich jedoch ein weites Feld, welches sich mit den Sinnfragen des Lebens aueinandersetzt.
Der Roman beginnt mit dem Sebstmord von Inni Wintrop (siehe Zitat 1) und endet mit einem anderen Tod. Dazwischen sind es erotische Berührungen, wie auch die tiefergehenden Begegnungen mit den Taads, die dem Leser einerseits Fragen aufwerfen, ihn oder sie jedoch auch zu Antworten zwingen. Seiten gefüllt mit Erotik, Verzweiflung, Erkenntnis und Erfüllung.

Einige der besten Zeilen:
-An dem Tag, als Inni Wintrop Selbstmord beging, standen die Philips-Aktien auf 149,60. Der Schlusskurs der Amsterdamer Bank hielt sich auf 375, und Scheepvaart Unie war auf 141,50 gesunken.
-Manchmal fühle ich mich wie ein trübsääliges Säugetier, dass sich kämmt.
- Inni gehörte zu den Menschen, die die Zeit, die sie auf Erden zugebracht hatten, wie eine amorphe Masse hinter sich herschleppten.
-Wie langweilig, aber ist Langeweile?
-Er hatte das Gefühl, es würde aus ihm getrunken, und dann hatte er kein einziges Gefühl mehr, keinen Gedanken.
- Der Begriff des mit Melancholie vermischten Glücks, dachte er, ist ein Klischee - ebenso wie dieses Zimmerchen und ich selbst in diesemk Zimmerchen.
- Sein Leben hatte aus Ereignissen bestanden, und diese Ereignisse hatten keinen Zusammenhalt durch diese oder jene Vorstellung von seinem Leben.
- Genau betrachtet, bestand sein Leben aus der Aufarbeitung von Erinnerungen, und deshalb war es umso betrüblicher, daß sein Gedächtnis so schlecht war, denn das machte seine schon recht langgezogene Durchreise noch zeitaufwendiger, und all diese Leerstellen verliehen ihr beinahe unerträgliche Langsamkeit.
-Rauch und Haselnuss S. 51
- S.218

Der niederländische Romancier verfasste in "Rituale" eine einzigartige Komposition aus Philosophie, Poetik und Kraft.
Höchst anspruchsvolle Literatur! Ein Muss!
231 Seiten / Suhrkamp Verlag / 8,50 Euro
Grüsse aus Mallorca...

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Mittwoch, August 01, 2007

Tinnitus - Heilung, meine Erfahrung


Irgendwann war es da. Es schlingerte hochtonig in meinem rechten Ohr oder besser gesagt, es pfiff in meinem Kopf.
Der Hausarzt spritzte mir Vitamine. Ich schrieb mein Abiturprüfung und es summte weiter.
Nach den schriftlichen Klausuren suchte ich dann irgendwann doch den Ohrenarzt auf. Lange war ich nicht mehr bei einem Mediziner dieses Gebietes gewesen, seit mir jemand bei dem pubertären Spiel "Polnische Hochzeit" auf das Ohr schlug, worauf mein Trommelfell auf der linken Seite platzte.
Der Weissgekittelte also vor mir.
Diagnose: Tinnitus.
(vulgo Nervenzellen in meinem Ohr waren abgestorben.)
Von ihm erfuhr ich noch, was sich auch nach dem Studium aller Fachzeitschriften und Bücher zu diesem Sujets bewies, dass die Ursachen für das Rauschen im Ohr Verspannungen, Stress, erhöhter Harnsäurespiegel, erhöhter Cholesterinspiegel, Schleudertrauma, Gehirnerschütterung oder zu laute Musik, sein können.
Oh mein Gott. Ich darf mich nicht mehr Stress aussetzen. es wird lauter werden. Ich werde mein ganzes Leben umstellen müssen. Ich bin nicht mehr wie die anderen. Ich darf nicht mehr in Diskos. Ich sollte nicht mehr rauchen und tausende von anderen Befürchtungen.
Bereitwillig liess ich mich noch am selben Tag des Sommers in eine Klinik überweisen.

Infusionen:
Eine Stunde pro Tag am Tropf und das bei strahlenden dreissig Grad.
Klinik Feldafing, Ein Doppelzimmer mit einem sehr alten Mann, der jede Minute, ein Geräusch wie umstürzende Bäume beim Holzfällen, aus seiner Kehle dringen liess. Jeden Tag Hörtests. Ich habe ein überdurchschnittliches Gehör. Am letzten Abend gewann Inter Mailand mit Ronaldo den Uefa-Pokal und in der früh wurde ich entlassen.
Das Pfeifen hatte deutlich abgenommen, war aber nicht ganz weg.

Zu Hause angekommen, redete mir meine fast zu fürsorgliche Mutter (bitte MC Winkel zu diesem Thema befragen) unentwegt auf mich ein, das Schlingern weiter zu behandeln. So schelnderte ich, wie in einem Roman von Kafka, in den folgenden Wochen den Berg hinauf.

Cortison:
Tabletten und Spritzen
An diesem Tag war meine Abiturfeier und ich schaffte es wegen diesen starken Medikamenten ein komplettes Sakko unter den Armen in dunkleres Schwarz als meine eigenen Augenringe zu verwandeln.
Keine Veränderung am Ohrgeräusch.

Sauerstofftherapie:
Eine Stunde mit sechs anderen in einer Unterdruckkammer sitzen und eine Maske vor der Nase. Nach den Sitzungen war ich müder als Karl Dalls rechtes Auge. Wenigstens nutzte ich die Zeit, um Jack Kerouacs "On the road" zu lesen.
Keine Beeinflussung in der Muschel.

Chiropraktik:
Dr. M. sehr kompetent.
Mein Körper krachte, lauter als mein Oberschenkelknochen bei meinem Rollerunfall, brachte jedoch leider nicht Neues an der pfeifferischen Front. Als Abschiedsgruss hatte er für mich einen Freund von ihm im Gepäck. Ich ging natürlich auch dorthin.

Akkupunktur:
Sieben Sitzungen mit Nadeln im Nacken und der Ohrmuschel. Genial. Ich war meine eigene Vodoopuppe.
Am Rande erwähnt soll dieser Dr. S. früher Leibarzt von "Mr. Perestrojka", Herrn Gorbatschow gewesen sein, aber bei mir biss er sich die Zähne aus.


Wunderheiler:
Eine ominöse Gestalt, der anhand meines Geburtstages und meiner Blutgruppe Magenkrebs als Ursache für das Pfeifen attestierte. Im Himmel war scheinbar Jahrmarkt oder er rauchte gestrecktes Crack. Ohne Worte

Homäopathie:
Propfen auf dem gesamten Rücken. Danach sah ich aus wie ein Albinomarienkäfer oder hatte Kuheuter auf meiner Rückseite.
Das Pfeifen blieb.

Tebonin:
Vom Apotheker empfohlen, der bereits sieben Hörstürze in seinem Leben hinter sich hatte und diese erst aufhörten als er dieses Medikament täglich präventiv einsetzte. Das reinpflanzliche Präparat nehme ich von Zeit zu Zeit immernoch.

Das Wichtigste jedoch war ein Satz, der mir allen Kummer und sämtliche Ängste nahm.
"Manche Kinder werden mit Ohrgeräuschen geboren und merken dies nicht einmal!"
In diesem Moment wurde mir klar, dass egal wie sehr es pfeifen sollte, mein Leben trotzdem weitergeht.
Der Tinnitus seine Macht verloren und störte mich nie wieder.
Danach gab es zehn Jahre Rock n Roll.
Lasst euch Infusion geben und dann gebt Ruhe, denn Tinnitus ist auch eine Kopfsache!
In diesem Sinne....