Freitag, August 28, 2009

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 61

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, welche ich in der jeweiligen Woche las.
Heute: Unser Allerbestes Jahr

Der kanadische Schriftsteller David Gilmour war langjähriger Chefredakteur des Toronto International Film Festivals, das muss man wissen, um die in den Hauptplot eingearbeitete Nebenlinie seines ersten Romans zu verstehen. Jesse, Davids sechzehnjähriger Sohn, will die Schule abbrechen. Was soll nur aus seiner Zukunft werden? Unter der Vorraussetzung mit ihm zusammen jede Woche etliche Filme, mit entsprechendem Einführungsmonolog anzusehen, stimmt David dem Abbruch der schulischen Karriere seines Sohnes zu. Gelingt das Vorhaben Werte und Zwischenmenschliches über die Mattscheibe zu vermitteln?

Einige der besten Zeilen:
- „Es geht um die Qualität der Sorgen und Ängste“
- Und wieder konnte man sehen, wie seine Gliedmaßen ganz leicht wurden, ein Urlaub von dem Nebel aus Angst und Selbstkritik, zu dem er aber, wie von der Schwerkraft angezogen, später wieder zurückkehren sollte.
- Es ist ein hinreißender Augenblick, so voller Energie, dass ich beim Zuschauen bis heute das Gefühl habe, bei etwas unglaublich Wichtigem dicht dabei zu sein – ohne es endgültig besitzen zu können.
- Ab einem gewissen Alter kann man nicht mehr viel für seine Kinder tun, aber man hat immer noch diesen Impuls – und kann nichts mehr damit anfangen.
- „Dass man im Jetzt glücklicher ist als man denkt?“
- „Über eine Frau wegzukommen, ist ein Prozess, der seinem eigenen Zeitplan folgt, Jesse“.
- Ich spürte Ärger in mir hochsteigen, der Ärger prickelte auf meiner Haut, fast wie Schweiß –
- Ich tendiere dazu, dich nicht mehr zu lieben.
- ich musste auf den Augenblick warten, wenn er zufällig meinem Blick begegnete und ich die Geschichte wie an einem Haken aus ihm herausziehen konnte.
- Alle Gedanken führen nach Rom.

Im Grunde konnte „Unser Allerbestes Jahr“ nur fehl gehen, aber es funktioniert. Wissenswertes über unzählige Filmklassiker gepaart mit einer anrührenden Vater-Sohn-Geschichte.

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Donnerstag, August 27, 2009

Hamburger Bahnhof

Dienstag, August 25, 2009

Ariane und Esma

Freitag, August 21, 2009

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 60

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, welche ich in der jeweiligen Woche las.
Heute: Vincent

Es ist eines der Lieblingsbücher von Sarah Kuttner. Es ist aber auch eines der Lieblingsbücher von Benedict Wells. Es ist auf dem besten Wege zum Kultbuch zu avancieren. Es kam 2005 heraus, als dessen in Kentucky geborene und aufgewachsene Autor Joey Goebel erst fünfundzwanzig wurde. Es war sein zweiter Roman. Es ist die Geschichte des Wunderkindes Vincent und dessen unbarmherzige Förderung.

Einige der besten Zeilen:
- Tut mir leid, dass Du es ausgerechnet von mir erfährst, aber du wirst nicht glücklich sein.
- Man könnte mich bestenfalls hübsch hässlich nennen, was ich durch etwas kompensiere, das manche Stil nennen.
- Außerdem erlaubte es ihm sein neuer Wohlstand, aus seiner alten Kokainabhängigkeit einen Lebensstil zu machen, und er ging so oft in Reha-Kliniken rein und raus wie in seine weiblichen Co-Stars.
- S. 413.
- Ich bin ein sensibler Typ, der spürt, wenn er gefilmt wird und dem sogar Pissoirsteine leid tun.
- Ich wusste noch, welche CDs ich hörte, als mich diese jetzigen Exfreundinnen zum ersten Mal anriefen. Dieselben CDs hörte ich, wenn alles in die Brüche ging.
- „Ich muss immer daran denken, dass meine Stimme in ihrem Anrufbeantworter der einzige Teil von mir bleiben wird, der je bis in ihre Wohnung vordringt“
- Wie mir Vincent später erzählte, war Neil zugleich taff und verletzlich, ein Mensch, der seine Komplexe stolz zur Schau stellte, doch hinter den Augen lauerte ein Stausee von Tränen.
- Als es auf dieser Welt nur eine Frau und einen Mann gab, zog die Frau los und fand eine Schlange.
- Ihre Träume klangen wie Alpträume, mit miesen Melodien und schlecht geschriebenen Dialogen.
- Als der Möchtegernengel statt dessen degradiert wurde, weil er weibisch aussah, brachte er sich um und wurde zu einem echten Engel namens Cupido stupido.

„Vincent“ ist eine aberwitzige Geschichte, die zugleich so herzzerreißend, wie lakonisch daherkommt, dass sie trotz ihrer Surrealität der Wirklichkeit entspringen könnte und das ist ein großes Kompliment für ein Buch.

432 Seiten; Diogenes ; 19,90 Euro.

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Donnerstag, August 20, 2009

Ausdruck der Woche:

Lurren

Dienstag, August 18, 2009

Zwei Virtuosen hinter der Linse, mit denen vor kurzem ich das Vergnügen als Ablichtungsobjekt hatte:

Für die einzelenen Portfolios auf den jeweiligen Namen klicken.
- Andre Rival
- Oliver Mark

Montag, August 17, 2009

Mein Türsteher Mario sagt:


"Wer früh kommt, kommt nie zu spät."

Freitag, August 14, 2009

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 59

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, welche ich in der jeweiligen Woche las.
Heute: Bitterstoffe

Der 1970 in Lüneburg und heute in Berlin lebende Lyriker Florian Voß ist unter die Schriftsteller gegangen und das ist gut so. Sein Protagonist Felix hängt ein wenig seinen Träumen nach, hängt ein wenig der Kleinstadt nach und hängt ein wenig sich selbst nach. Kann unter diesen Voraussetzungen mit seiner damaligen Jugendliebe mehr werden?

Einige der besten Sätze:
- Die Verwandten liefen umher und frischten Erinnerungen auf.
- Mir träumte der Tod meines Großvaters in einem unterirdischen Kinosaal. Der Film war abgelaufen. Die Leinwand war weiss, ein Leichentuch. Die Füße des Helden steckten in Wollsocken.
- Sie führte ihr Selbstbewusstsein spazieren, ich schaute sie jeden Tag an.
- Wir waren zusammen durch die Nächte gestreunt auf der Suche nach Alkohol, Mädchen und Langeweile.
- ...ein leichter Kopfschmerz füllte den Hohlraum hinter meinen Augen.
- Hinter ihr summten die Omis über ihren Sahnetorten.
- In diesem Zimmer hatten Jesse, Georg und ich ganze Tage durchgekifft: holzige Glieder, Glut im Brustkorb, Echsenaugen.
- S. 46
- Ich wollte sagen: „Ich weiß nicht, ob das die beste Idee ist, was wir gerade vorhaben“, aber der Satz gehörte in einen anderen Film.
- Ein kraftloser, seifiger Schimmer auf dem Augenweiss.

Florian Voß, nicht umsonst mit diversen Stipendien versehen und nicht umsonst bei seinem ersten Roman vom Berliner Senat gefördert, zeigt das Große hinter dem Kleinen in glasklarer Sprache. Mehr davon.

123 Seiten, Rotbuch Verlag, 17, 40 Euro

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Mittwoch, August 12, 2009

Triebjagd 125

Montag, August 10, 2009

Unsichtbar macht sich die Dummheit, indem sie ungeheuer große Ausmaße annimmt.


Bertold Brecht

Freitag, August 07, 2009

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 58

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, welche ich in der jeweiligen Woche las.
Heute: Delizia

Der überaus erfolgreiche Historiker und Journalist John Dickie hat sich in "Delizia" auf die Spuren der italiensichen Küche begegeben. Entstanden ist somit ein wunderbares Sachbuch randvoll von Mythen, vergessenen Rezepten, Klarstellungen und kulinarischen Exzessen, die einem bisweilen das Wasser im Mund zusammen laufen lassen.

444 Seiten, S.Fischer Verlag, 22, 95 Euro.

Übersetzt von Sebastian Vogel

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Donnerstag, August 06, 2009

Ich


Ich will atmen,
ich will reden,
ich will tanzen,
und ich will, dass es mir warm ums Herz wird.
Aber weißt du, wie schwer es mir fällt wirklich zu Lächeln ohne dich?
Gezeichnet, ich der Egoist.

Ich will leben,
Ich will strahlen,
Ich will springen,
und ich will, dass mir im Traum nur Schönes begegnet.
Aber weißt du, wie schwer es mir fällt wirklich zu Lächeln ohne dich?
Gezeichnet, ich der Egoist.

Ich will,
will soviel,
jeden Tag,
und am anderen Tag will ich noch mehr.
Aber wer weiß schon, wie schwer es mir fällt wirklich zu Lächeln ohne dich?
Nur ich.

Dienstag, August 04, 2009

Ausdruck der Woche:

Labsal