Freitag, Januar 30, 2009

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 46

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, welche ich in der jeweiligen Woche las.
Heute: Malina

Die 1973 verstorbene Ingeborg Bachmann ist bis heute nicht nur aufgrund des nach ihr benannten Literaturpreises in aller Ohren. Sie gilt als eine der herausragensten Lyrikerinnen und Schriftstellerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts. In „Malina“ dem ersten und leider einzigen Teil ihrer Todesarten-Trilogie ist ihre Protagonistin zerrissen. Zerrissen zwischen Ivan und Malina, zwischen drei Männern, zwischen dem jetzt, dem früher und dem dann oder zwischen Gedanken und Realität. Ein Leben in Träumen, Dialogen und schreienden Monologen.

Einige der besten Zeilen:
- ...und manchmal weiß man also doch, wann es angefangen hat, wie und wo, und welche Tränen zu weinen gewesen wären.
- Aber Washington und Moskau und Berlin sind bloß vorlaute Orte, die versuchen, sich wichtig zu machen.
- Seit ich diese Nummer wählen kann, nimmt mein Leben endlich keinen Verlauf mehr, ich gerate nicht mehr unter die Räder, ich komme in keine ausweglosen Schwierigkeiten, nicht mehr vorwärts und nicht vom eg aub, da ich den Atem anhalte, die Zeit aufhalte und telefoniere und rauche und warte.
- S. 47
- Warum gibt es keine Glücksmauer und warum keine Freudenmauer?
- S. 65
- Es war eine Woche ohne Injektionen von Wirklichkeit für mich.
- Ich habe den ganzen Nachmittag verloren
- Wir treiben keinen Handelsaustausch von Gefühlen, haben keine Machtpositionen, erwarten keine Waffenlieferung zur Unterstützung und Sicherung unserer Selbst.
- ..ich kann keine Schüsse hören, seit einem Fasching, seit einem Krieg, seit einem Film.
- S. 257
- Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.
- Manchmal bleibt mir die Stimme weg: Ich habe mir erlaubt, trotzdem zu leben.
- Natürlich haben mich Männer immer interessiert, aber eben deswegen, man muß sie ja nicht gleich mögen, die meisten habe ich überhaupt nicht gemocht, nur fasziniert haben sie mich immer....

Der tragischerweise einzige Roman der großen Lyrikerin „Malina“ ist ein Sturm, Atemlosigkeit, Schmerz und verwirrend. Ingeborg Bachmann ist Frauenliteratur, Literatur für Frauen oder einfach ein literarisches Muss.

S. 409 (mit Nachwort von Elfriede Jelinek); Suhrkamp ; 9 Euro.

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Donnerstag, Januar 29, 2009

Ausstellung

Scön dass du hier bist, hier die Infos zur Ausstellung.
(Falls das letzte Mal verpasst, bitte den Artikel unter diesem lesen.)

Da wo der Mensch sich seiner Selbstsucht zu schämen beginnt, da fängt er an, von Weltverbesserung zu reden, sich hinter solche Worte zu verstecken.


Hermann Hesse

post scriptum mein emotionales München S.22 im neuen Prinz

Mittwoch, Januar 28, 2009

Triebjagd 97

Dienstag, Januar 27, 2009

Die besten Lieder aller Zeiten - Teil 9 (garantiert Geissenfrei!)

Donnerstag, Januar 22, 2009

Meditation


Jede Tat,
die sich ereignet,
noch so klein,
wie der Verlust,
das Finden,
ist Naturgesetz,
jedoch die Behauptung selbst Urheber zu sein,
scheint riechende Überheblichkeit und Pein.

Mittwoch, Januar 21, 2009

Triebjagd 96

Dienstag, Januar 20, 2009

Die besten Lieder aller Zeiten - Teil 8 (garantiert Geissenfrei)

Montag, Januar 19, 2009

Ohne Worte: Tafeln sind gestern, Whiteboards sind heute.

Freitag, Januar 16, 2009

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 44

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, welche ich in der jeweiligen Woche las.
Heute: Könnte Köln sein
(liebenswürdigerweise von Anne zugesandt)

Der 1959 in Starberg geborene deutsche Schriftsteller Andreas Neumeister ist auch in seinem sechsten Werk dem Stilmittel der Collage treu geblieben. Er nimmt den Leser in „Könnte Köln sein“ mit auf Reisen. Zahlreiche Städte betrachtet, seziert und in Verbindung gesetzt. Zum Lachen, nachdenken und erinnern.

Einige der besten Zeilen:
- Große internationale Produktionen werden in der größten südeuropäischen Filmstadt nicht mehr oft gedreht. Hört man. Liest man. Sieht man. Glaubt man
- Straßenumfrage, Bitte um schnelle Antwort: Was unterscheidet einen Regierenden Bürgermeister von einem normalen Bürgermeister?
- Sogar der Orient-Express hält hier. Der Orient-Express, der nicht mal im Orient hält. Der legendäre Orient-Express, der heute schon in Budapest seine Endstation erreicht hat. Der Orient-Express, der sonst fast nur in Wien und Paris hält
- S. 245
- wusste gar nicht mehr, dass auch Busfahren toll sein kann
- Hunger
müde
steif
- Deutlich dahinter das eindeutig höchste Hochhaus der Stadt – bestimmt nicht zu hoch, aber entschieden zu hässlich
- Wie hieß dieses bombastische Stück von Eyna, zu dem in Dauerschleife die Einsturzbilder des WTC eingespielt wurde? Wer hat es bei welchem Sender zu diesem Zweck herausgesucht? Lag es schon für vergleichbare Anlässe bereit? Wie waren diese Anlässe definiert?

„Könnte Köln sein“ ist sicher nicht leicht zu lesen und auch nichts für Fragmentgegner, aber wer sich darauf einlässt, findet sich an vielen Orten wieder, schmunzelt oder sieht plötzlich eine Stadt mit anderen Augen.

277 Seiten ;Suhrkamp; 16, 80 Euro.

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Donnerstag, Januar 15, 2009

Link

Ausdruck der Woche:

Unwählerisch

Mittwoch, Januar 14, 2009

Triebjagd 95

Dienstag, Januar 13, 2009

Die besten Lieder aller Zeiten - Teil 7 (garantiert Geissenfrei)

Die Plätze 10 - 4
Bitte hier klicken.

Montag, Januar 12, 2009

Ein Zitat von Javier Marias


"Auch ich wußte es nicht: Meistens weiß man nicht, wann man erwählt noch wann man verlassen wurde, nicht nur, weil dies immer hinter unserem Rücken geschieht, sondern auch, weil es unmöglich ist, den Moment zu bestimmen, in dem die Situtation umkippt, ebenso wie man nie weiß, ob die Tatsache selbst, erwählt zu werden, durch die eigenen Verdienste oder Tugenden, die eigene, unwiederholbare Existenz, das entscheidene, erfolgreiche Eingreifen, oder vielmehr schlicht und einfach dadurch bedingt ist, daß man zufällig in ein fremdes Leben eintritt."

post scriptum. Ich habe seine Bücher "Mein Herz so weiss" und "Morgen in der Schlacht denk an mich" damals verschlungen.

Freitag, Januar 09, 2009

Die besten Bücher 2008 mit Roman L


Hier die Liste:

Aravind Adiga, Der weisse Tiger

Martin Kluger, Der Vogel der spazieren ging

Andrzej Stasiuk, Dojczland

Adam Davies, Goodbye Lemon

Karen Duve, Taxi

Benjamin von Stuckrad-Barre, Deutsches Theater (Erweiterte Version)

Ian Mcewan, Am Strand,

Siegfried Lenz, Schweigeminute

Serhij Zhadan, Anarchy in the UKR

Exit Ghost, Phillip Roth

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Donnerstag, Januar 08, 2009

Die besten Lieder aller Zeiten - Teil 6 (garantiert Geissenfrei)

Die Plätze 25 - 11
Bitte hier klicken.

Mittwoch, Januar 07, 2009

Triebjagd 94

Dienstag, Januar 06, 2009

caspar + melchior + balthasar 2009 (in Kreide)

eigentlich heisst es "Christus mansionem benedicat" ist lateinisch und bedeutet christus segne dieses haus ....

weiss aber heutzutage fast niemand mehr...

schönen feiertag :)
lg martl

Montag, Januar 05, 2009

Zum Jahreswechsel


Ein neues Jahr,
was wird sich ändern?
Nichts.
Natürlich nichts!

Gab es ein Jahr, in dem sich etwas änderte?
Doch!
Humbug!
Es könnte!

Nein, Menschen ändern sich niemals!
Ich!
Nein, nein, Du findest immer mehr zu Dir selbst!
Veränderung!

Nein, nein, nein, Du bist was Du bist und niemals anders!
Früher!
Nein, nein, nein, nein, du warst immer so, nur zu sehr mit dem Spielen beschäftigt!
Vergangenheit!

Glaube mir,
die Zukunft kann Dir niemals Neues bringen,
Alles kommt immer von Dir selbst,
und bleibt gleich, gleich, gleich, gleich, gleich!

Ich kann das nicht fühlen!
Mach dir keine Sorgen!
Stille.
Ein neues Jahr!

Freitag, Januar 02, 2009

Vorsätze?


Verschont Euch!