Montag, November 26, 2007

Atmospherengerüche


In einer vollbesetzten Untergrundbahn auf dem Weg zum Hauptbahnhof, unter dem schummrigen Schein der Leuchtstoffröhren, drang plötzlich ein Geruch an meine Nase. Ich schloss die Augen und mit einem Mal befand mein Kopf sich beseelt von Bildern einer nicht genau zu beziffernden Schulfeier, welcher ich mit sechzehn Jahren beiwohnte.
(Bild oben: Ich musste Fotoautomatpassbilder anfertigen lassen; abfotographiert)

Sonntag, November 25, 2007

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 14

Jede Woche stelle ich Euch Bücher, welche ich in der jeweiligen Woche gelesen habe, vor.
Heute: Die Kunst seine Schulden zu zahlen



Honore de Balzac, französischer Schriftsteller, 1850 in Paris verstorben, einer der größten Autoren der Welt und zeitlebens berühmter Schuldner verfasste mit "Die Kunst seine Schulden zu zahlen und seine Gläubiger zu befriedigen ohne auch nur einen Sou selbst aus der Tasche zu nehmen" ein Lehrbuch über die Manipulation von Menschen.
Anhand der Figur seines verstorbenen Onkels lehrt er, nach einem Abriss des Lebens seines Verwandten, zehn Lektionen, welche jeden blitzschnell zu einem sorgenfreien Schuldner verwandeln könnten.

Einige der besten Zeilen:
- Das Schicksal war bisher blind, ich habe ihm sozusagen den Star gestochen, meine Memoiren werden das übrigen tun...
- Was seinen Stolz betraf, so hatgte er den klugerweise vor der Tür gelassen auf die Gefahr hin, ihn beim Verlassen des Hospitals nicht wiederzubekommen.
- Je mehr Schulden man hat, desto mehr Kredit hat man; je weniger Gläubiger man hat, desto weniger Hilfsmittel stehen einem zu Gebote.
- Da der Besitz nur kraft der bloßen Tatsache des Besitzers existiert, so hat ein jeder, so wie er nur auf die Welt kommt eine Recht auf Besitz.
- Es ist evident, dass die Welt sich nur aus Leuten zusammensetzt, die zuviel haben, oder aus Leuten, die nicht genug haben.
- S. 67 die physischen Qualitäten
- S.115 -117 Moral

Der weltbekannte Romantiker schrieb ein amüsantes, satirisches Lehrbuch über die Kniffe, welche Menschen dazu veranlassen ihr Wertvollstes aus der Hand zu geben. Tausendfach kurzweiliger als Bücher wie "Megatrends".
117 Seiten / Insel taschenbuch / 6, 50 Euro

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Freitag, November 23, 2007

Du fragst mich..


wenn ich dich nicht sehen könnte,
wenn ich dich nicht hören könnte,
wenn ich dich nicht fühlen,
noch spüren könnte,
bliebest Du mein Felsen?

Dienstag, November 20, 2007

Es ist soweit!

Montag, November 19, 2007

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 13

Jede Woche stelle ich Euch Bücher, welche ich in der jeweiligen Woche gelesen habe, vor.
Heute: König von Albanien

Dem 1968 in Euskirchen geborenene und als freier Schriftsteller in Köln lebende Andreas Izquierdo schildert in seinem dritten Roman "König von Albanien" die sagenumwobene Geschichte des Hochstaplers Otto Witte, welcher zeitlebens behauptete den albanischen Thron wahrhaftig bestigen zu haben. Seine Geschichte erzählt er in diesem Fall dem angehenden Arzt Schilchegger als Insasse einer Nevenheilanstalt. Hier teilt Izquierdo seinen Roman leider, vergleichbar mit den "Nachtzug nach Lissabon", jedoch bleibt der erste Abschnitt glücklicherweise kurzweilig und steht ab der Hälfte überhaupt nicht mehr im Wege. Seiten gefüllt von tollkünen Unterfangen, von Allem was Märchen ausmachen.

Einige der besten Zeilen:
-Oder musste man im Leben auf das Glück hoffen, eben diese eine perfekte, persönliche Konstellation zu erwischen, die einen dazu bewegt, den Vorhang zur Seite zu reißen, um zu sehen, was es noch alles gibt?
-welchen rettenden Einfall Otto wohl gehabt haben mochte, eingesperrt in einem Zimmer ohne Ausweg und Waffen, nur Sekunden bevor man ihn schnappen würde. Es fiel mir keiner ein. Eine ganze schlaflose Nacht lang nicht.
- Er liebte die Stolzen - sie waren schlichtweg die Dümmsten, die es gab.
-Und wie lautet dein Plan? Er ist noch nicht im Detail ausgearbeitet. Na dann kan ja nichts mehr schiefgehen.
- Otto wusste, dass Menschen selten das sahen, was sixch tatsächlich vor ihren Augen abspielte, sondern meißtens das, was sie sehen wollten.
- keines der Worte, die ihm, wie Fledermausschwärme um die Ohren flogen.
-Wenn sie zwischen einem Leben im Nichts und einem Leben im Nichts miot ein paar Momenten der Freiheit wählen müssten, Doktor. Wofür würden sie sich entscheiden?
-Man sollte sich nie gegen das eigene Herz entscheiden.
-Man konnte Menschen auf vielfache Weise zerstören. Ein Mann benötigte dazu ein Schwert. Sie erledigte dies mit einem Lächeln.

Der bekannte Kriminalautor Izquierdo hat mit "König von Albanien" ein mitfühlend, komödiantisches Buch über einen vermeintlichen Lebenskünstler verfasst. Oder war Otto Witte doch ein Hochstapler?
397 Seiten / Rotbuch Verlag / 19,90 Euro

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Donnerstag, November 15, 2007

Winterfreundschaft


Als ich gestern nacht durch den Englischen Garten schlenderte, fragte mich ein Radfahrer:" Hast du einen kniehohen weissen Mischling mit schwarzen Fleck über dem rechten Ohr gesehen?".
Ich verneinte.
Nach einer halben Stunde traf ich ihn, immernoch suchend und pfeifend wieder. Er erzählte mir, dass eine Radfahrerin seinen neun Monate alten Hund angefahren hätte und dieser daraufhin aus Angst geflüchtet sei.
Ein weisser Hund des nachts im schneeweissen Englischen Garten.
Als ich später den Stadtpark gerade verlassen wollte, fuhr eine Polizeistreife um die Ecke. Der Wachtmeister öffnete sein Fenster und fragte mich: "Hast du das entlaufene Reh gesehen?".
Ich verneinte.
Ein Reh des nachts im schneeweissen Englischen Garten.
Ein Hund und ein Reh spielen zusammen glücklich in der Winterlandschaft und bauen einen Schneemann!

Dienstag, November 13, 2007

Keine Zeit?


Wie eine Voraussage, die du selbst erfüllst,
durchfliegst du Strassen in Gedanken,
Mauern nicht bezwingend,
Lösungen, nicht befriedigend,
auf der Suche endlich anzukommen,
verlierst du dich,
du verlierst dich.

wie ein Funken in Dunkelheit, die du selbst bist,
durchfährst du Länder eifrig strebend,
Zielen nicht näher,
Zeit nicht aufhaltend,
auf der Suche nach dem Sinn
verlierst du dich,
du verlierst dich.

Sonntag, November 11, 2007

Einen Sonnenschein zu fangen..

Da ich kein Anhänger von Norman Mailer war, lieber eine Hommage an den größten lebenden Clown der Welt Oleg Popov.
Eine wunderschöne Metapher:

Freitag, November 09, 2007

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 12

Jede Woche stelle ich Euch Bücher, welche ich in der jeweiligen Woche gelesen habe, vor. Aus Gründen der Fertigstellung meines Kurzgeschichtenbuches sei mir der zweiwöchige Ausfall bitte entschuldigt.
Heute: Lieblingsmenschen



Die 1981 geborene Schweizer Autorin und Schauspielerin Laura de Weck entwickelt in "Lieblingsmenschen" einen kurzweiligen Theatertanz über den Drang, die Suche, sowie die nahezu blitzschnellen Stimmungsschwankungen junger Universitätsbesucher. Hier triff die Schauspiel- auf den Philosophie- oder den Medizinstudenten, wobei neben dem Prüfungsstress das Thema Beziehungen und Sex ebenfalls einen gossen Stellenwert einnimmt.

Einige der besten Zeilen:
- Also, eine Affäre nur mit Sex, oder eine mit Sex und Kuscheln. Oder eine mit Sex, Kuscheln und Reden. Nur Sex und Reden geht auch. Aber nicht nur Reden und Kuscheln.
-Ich würde dich gern verführen. Danke. Soll ich es versuchen? Nein.
-aber es war trotzdem wirklich, wirklich schön. Wir müssen eben nicht immer (kommen), damit es wirklich, wirklich, wirklich schön ist. Das hat jetzt nichts mit dir zu tun, das ist ganz normal. Keine Sorge, es war wirklich, wirklich, wirklich, wirklich schön, ja, auch geil.
- Meine Sprechlehrerin hat gesagt ich hätte einen S-Fehler. Das stimmt gar nicht. Obwohl anscheinend gibt es ganz gute Schauspieler, die auch einen S-Fehler haben.
-Du bist doch der, der die Prüfung nicht bestanden hat. Einer von denen, ja. Und du bist doch der, der mit Jule gef... hat. Einer von denen, ja.
- Das ist anstrengend, das macht nervös. Wie kann man wissen, wann und für was man sich hier entscheiden muss: für sein Studium, seine Beziehung oder eben einfach für ein gutes Leben...?
-Ich habe mit ihm Schluss gemacht. Aber warum denn? Es ging nicht mehr. Aber wieso denn? Weil es nicht mehr ging. Was ging denn nicht? Das kennt ihr doch auch, dass es plötzlich nicht mehr geht.
-Ich dachte je mehr man erlebt, desto mehr ist man.

Der Paul-Maar-Stipendiatin beschreibt in "Lieblingsmenschen", die vermehrt wechselseitig sich selbst überholende Abfolge von Komödien auf Tragödien im Leben der Mitzwanziger. Ein schnelles, amüsantes Theaterstück.
67 Seiten / Diogenes-Verlag / 9,90 Euro

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Freitag, November 02, 2007

Taxifahrer - Handy als Pfand - weg!