Dienstag, Dezember 29, 2009

Wünsche fürs neue Jahr:

Montag, Dezember 28, 2009

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 70

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, die ich in der jeweiligen Woche las.
Heute: Payback

Frank Schirrmacher, laut Buchdeckel Jahrgang 1959, seit 1994 Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und mehrfacher Preisträger fast aller namhafter Sachbuchpreise, widmet sich in seinem neuen Werk dem Thema Informationszeitalter. Detailliert seziert er, wie Handys, Laptops, Blackberrys sämtlich der Umgang mit dem Netz unsere Gehirne umzuprogrammieren scheint.

- Würde ich morgen vom Internet getrennt oder Computer geschieden werden, wäre das nicht eine Trennung von dem Provider, sondern es wäre das Ende einer sozialen Beziehung, die mich tief verstören würde.
- Ich weiß noch nicht einmal, ob das, was ich weiß, wichtig ist, oder das, was ich vergessen habe, unwichtig.
- Aufmerksamkeitsverlust und Blackouts kennt mittlerweile jeder. Die nächste Verschärfungsstufe ist der Erinnerungsverlust.
- Wir suchen nicht nur nach Neuigkeiten, wir suchen immer auch nach Erlösung von dem, was uns lenkt.
- Sie bestätigen lediglich, dass der Computer wie das Videospiel in der Lage sind, das Hirn umzuprogrammieren und dass zusätzliche Hirnregionen aktiviert werden.
- Noch schwerer ist es, sich einzugestehen, dass man allein in der letzten Stunde Dinge nur deshalb gemacht hat, weil der Computer sie empfohlen hat.
- Man lebt in dem Kasten, ganz gleich, ob er ein Computerbildschirm oder ein Blackberry ist, gleichsam seelisch zusammengekauert und dabei stets alarmiert.
- Für Paris Hilton heißt das: Google kann nicht erklären, warum sie berühmt ist, aber weiß, dass sie berühmt ist und macht sie mit diesem Wissen noch berühmter.
- Das Problem ist, dass wir niemals wissen, was uns diese Informationen jeweils an Aufmerksamkeit kosten und ob wir nicht auf Dauer ein Minus- Geschäft machen, das zu Auszehrung, Vergesslichkeit und dem Gefühl allmählicher Verblödung führt.
- Wir wollen herausfinden, wer wir sind, indem wir herausfinden, was alle tun.

„Payback“ ist ein Buch am Puls der Zeit, es ist erschreckend, das sich glücklicherweise jedoch dem Ende hin viel Zeit für Auswegoptionen nimmt. Vielen Dank Herr Schirrmacher.

240 Seiten; Karl Blessing Verlag; 17, 95 Euro.

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Donnerstag, Dezember 24, 2009

Eine stille Nacht euch Allen!

Dienstag, Dezember 22, 2009

Letzten Donnerstag....


....kam ein Mann mit hellbrauen Koffer neben der Rolltreppe zur U-Bahnhaltestelle "Odeonsplatz" auf mich zu und fragte:
"Wo ist denn die S-Bahn?"
"Da am Marienplatz." antwortete ich und zeigte mit dem Arm nach links.
"Ah, da ist der Marienplatz." murmelte er vor sich hin.
Im Wegdrehen erkannte ich ihn dann.
Es war Detelev Buck

Freitag, Dezember 18, 2009

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 69

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, welche ich in der jeweiligen Woche las.
Heute: Bei den wilden Kerlen.

Seit seinem Debütroman „Ein herzzreißendes Werk von umwerfender Genialität" ist er Nilz Bokelbergs Lieblingsschriftsteller. Ohne Zweifel zählt der 1971 geborene Dave Eggers zu den besten amerikanischen Schriftstellern seiner Generation. Im Jahre 2003 beteiligte er sich auf Anregung von Regisseur Spike Jonze am Abfassen eines Drehbuches, das auf den Kinderbuchklassiker “Wo die wilden Kerle wohnen“ basiert.
2008 werden die beiden fertig. 2009 kommt der Film in die Kinos. Wo die wilden Kerle wohnen ist somit mehr oder minder das Buch zum Film.

- Max war enttäuscht von ihr. Mädchen waren solche Mädchen.
- Sein Herz hatte sich anscheinend gespalten, war nach Norden gewandert und schlug ihm jetzt in beiden Ohren.
- Hin und wieder hatte Max das Gefühl, dass sich seine Gedanken ordnen ließen, dass sie in einer Reihe aufgestellt und gezählt und dazu gebracht werden konnten, sich gut zu benehmen.......Aber es gab andere Zeiten, andere Tage, eigentlich die meißten Tage, da reihten sich seine Gedanken nicht hintereinander auf. Tage, an denen er verschiedenen Erinnerungen und Launen hinterherjagte, während sie von ihm wegsprangen und Haken schlugen, sich im Dickicht seines Kopfes versteckten.
- Langes Schweigen trat ein. Max fragte sich, ob er sagen sollte, dass es ihm leid tat, denn das tat es. Aber er konnte die Worte Es tut mir leid nicht finden. Ihm fielen nur solche Worte ein wie Ich will unter meinem Bett leben und Bitte nimm mich zurück und Hilfe.
- Es war ein stiller Abend und er wollte ihn mit seiner eigenen Stimme aufschlitzen.
- Der Bulle trug Max durch den Wald, während alle jauchzten und tanzten, und zwar auf ein e ausgesprochen unschöne – Sabber und Schleim sprühten in alle Richtungen – aber auch festliche Art.
- Überall lagen Trümmer herum, wie eine Landschaft nach einem Erdbeben, und Max fühlte sich ganz wie zuhause.
- Wieder griff Max in den dunklen Samt seines Gehirns und fand etwas. War es ein Juwel? Er wusste es nicht genau.
- Wir wollen was, wir wollen. Wir wollen alles, was wir wollen.
- Die Stille war tiefgreifend. Max Untertanen waren so unterwältigt, dass sie sich jedes Wort sparen konnten.
- Wenn er aus seiner eigenen Haut herausgekonnt hätte, er hätte nicht gezögert.

Eggers hat wunderbares vollbracht. Er hat einem Kultkinderbuch nicht nur neues Leben eingehaucht, nein, er haucht den wilden Kerlen die Leben ein, die sie seit Jahrzehnten verdient haben und zollt dem Original nebenbei mehr als Respekt. Das Buch ist nicht nur an einigen Stellen anders, nein, es ist einfach besser als der Film.

240 Seiten; Kiepenheuer & Witsch Verlag; 18,95 Euro.

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Donnerstag, Dezember 17, 2009

Heute der Trailer, morgen die Buchkritik dazu

Dienstag, Dezember 15, 2009

Neue Haltestellenarchitektur an der Münchner Freiheit

Freitag, Dezember 11, 2009

Rückwärts


Die alten Lieder sind verklungen,
man hört sie ja nicht ungern,
ich schwelge in Erinnerung,
weil zeit so schön beschönt,

die alten Lieder sind verklungen,
in meinen Ohren hallen sie nach,
ich schwelge in Erinnerung,
so schwarz und weiß wie es nie war,

die alten Lieder sind verklungen,
die Menschen gibt es noch,
ich schwelge in Erinnerung,
glätte ihre Fehler,
und stoße so an Grenzen.

Montag, Dezember 07, 2009

Von weit oben


Tip: Mit weisser Jacke

Sonntag, Dezember 06, 2009

Vodoo

Freitag, Dezember 04, 2009

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 68

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, welche ich in der jeweiligen Woche las.
Heute, etwas verspätet: Faserland

Der Debütroman des 1966 in der Schweiz geborenen Schriftstellers Christian Kracht, machte ihn nahezu über Nacht berühmt. Die Geschichte eines jungen Hedonisten und seiner Reise durch Deutschland ist längst Kult.
Lakonisch, sozialkritisch und treffend.


Einige der besten Zeilen:
- Obwohl, so wie sie lacht, wie sie das Haar aus dem Nacken wirft und sich leicht nach hinten lehnt, ist sie sicher gut im Bett.
- Also zahle ich dem Taxifahrer seinen Fahrpreis und gebe ihm noch ein dickes Trinkgeld, damit er in Zukunft weiß, wer sein Feind ist.
- Die Frau ist, das sage ich mal so, von Sommersprossen direkt zu Altersflecken übergegangen, und das ist sicher kein so schlechter Übergang.
- In Hamburg sind alle Mädchen barbourgrün, in Berlin ziehen sie sich betont schlecht an, damit sie so aussehen wie Künstler, und in München haben die Mädchen wegen dem Föhn so sein seltsames inneres Leuchten.
- Ich habe ja Schwierigkeiten damit, neue Leute kennenzulernen, deswegen freut es mich, einen Menschen kennenzulernen, der in Ordnung zu sein scheint.
- Nigel kommt mir einfach so in den Kopf, und er bleibt da und will nicht weg.
- Karin redet und redet. Das ist wirklich das Gute an ihr, da- man hinhören kann oder nicht, und beides ist genau gleich viel wert, im Endeffekt.

Faserland war der Gesellschaftsroman seiner Generation. Ein Buch, für den ein eigenes Genre erfunden werden musste. Ein Roman, der auch heute kaum an Charme verloren hat.

151 Seiten, Welt edition, 9,95 Euro.

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Donnerstag, Dezember 03, 2009

Von Soviel


Zärtlich streife ich über deine Haut,
samtweich,

ich will Dich küssen, aber halte inne,

vorsichtig atme ich deinen Duft,
nach Samt, nach Verlangen,

ich will nach Dir greifen, aber halte inne,

dann legen sich meine Arme samtweich um dich,
ich will das behalten,
wenigstens für Augenblicke.

Dienstag, Dezember 01, 2009

Mein Weihnachtskalendar