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Freitag, November 06, 2009

Buchvorstellung mit Roman L- Ausgabe 65

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, welche ich in der jeweiligen Woche gelesen habe.
Heute: Landesbühne

Über den großen Literaten Siegfried Lenz ist bereits alles geschrieben worden und nahezu jeder ist in der Schule mit seiner "Deutschstunde" in Berührung gekommen.
In seinem neuen Werk erzählt der Altmeister die Geschichte eines inhaftierten Professors, der Teil eines Fluchtversuches wird, den seine Vergangenheit einholt und der ein besonderes Verhältnis zu seinem Zellengenossen hegt. Zwischenmenschliches, Literatur und Theaterhommagen, wie Vergnügliches.

Einige der besten Zeilen:
- Wie der Intendant so schauten auch sie zunächst nur, schauten, manche stießen sich an, grinsten anzüglich, machten sich blickweis aufmerksam auf das, was sie sahen.
- Nach seinem Abgang erloschen die Lichter im Speisesaal, nur ein armes Licht erhellte die Bühne.
- Über dem fernen See, stand ein tadelloses Abendrot.
- Der Beifall, mit dem ich begrüßt wurde, entsprach gewiß ihrem Temperament, auf das schon eine blonde Schläfrigkeit hindeutete.
- Mit dem Namen drängte sich ihr Erscheinungsbild auf; der Flachskopf, die müden Augen und der immer offene Mund.
- Die Trauer ist die innigste Verbindung mit einem Menschen, die gemeinsame Trauer.
- Manchmal kann die Trauer nur erfunden werden.

Der neue Lenz ist ein kurzweiliges, lustiges aber auch überaus sprachlich gewandtes Buch.

120 Seiten; Hoffmann und Campe; 17 Euro

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Dienstag, Mai 06, 2008

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 23

Jede Woche stelle ich Euch Bücher, welche ich in der jeweiligen Woche gelesen habe, vor.
Heute: Schweigeminute

Der neue Lenz ist da! Siegried Lenz einer der, wenn nicht der bedeutendste Schriftsteller der Gegenwartsliteratur, in Lyck geborgen und mittlerweile zweiundachzigjährig hat seine erste (!!) Liebesgeschichte verfasst. Als Plot dient ihm die Begegnung eines Schülers und seiner Lehrerin an der Küste zwischen Deutschland und Dänemark. Seiten gefüllt von Erotik, Trauer, zuneigungsgetränkten Gedanken, sowie himmelhohen Sphären.

Einige der besten Zeilen:
- Wie du da lesend saßest, Stella, musste ich an eines dieser Fensterbilder denken, die den Betrachter einladen, über das Gezeigte hinwegzusehen und sich Vermutungen zu überlassen.
- An der Tür blieb ich stehen, ich dachte, dass etwas gesagt werden müßte, zum Abschied oder im Hinblick auf das, was nun vor uns lag, in der Schule, in unser beider Alltag, ich unterließ es, weil ich es vermeiden wollte, etwas Endgültiges zu äußern oder was Stella als etas Endgültiges auffassen könnte, ich wollte nicht, dass es aufhörte, das so unvermutet begonnen hatte und wie von selbst nach Dauer verlangte.
- Wie selbstverständlich diese Sehnsucht nach Dauer aufkommt.
- ..Tante Trude, die jüngste Schwester meiner Mutter, heiratete einen Kioskbesitzer, der von belegten Brötchen und Würstchen und Erfrsichungsgetränken lebte...
- Er sog an seiner Pfeife, er ächzte, aus Erbitterung, aus Verzweiflung, und auf sein Unglück anspielend, auf ein Unglück, dass ihn gesprächig machte..
- vielleicht muss ja im Schweigen ruhen und bewahrt werden, was uns glücklich macht.
- S. 128

Dieses schmale Buch ist mehr als eine Liebesgeschichte. Es ist Poetik, Zauberei und das Leben. Eventuell eines seiner besten Bücher.

Hoffmann und Campe, 128 Seiten, 15,95 Euro.

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