Dienstag, Dezember 07, 2010

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 102

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, die ich in der jeweiligen Woche gelesen habe.
Heute:

Der 1970 geborene Hamburger Rafael Horzon hat Vieles studierte, bis er Paketfahrer wurde. Im September diesen Jahres nun veröffentlichte er seinen ersten Roman. Es geht um einen gewissen Rafael Horzon, der jedes noch so abwegige Vorhaben in die Tat umgesetzt hat, wieso auch nicht, vor allem im Berlin der letzten Jahre.

Einige der besten Zeilen:
- "Also sollst du ein Ziel wählen, dass außer dir niemand kennt, dann wirst du der erste sein, der dort ankommt, auch wenn du noch so gemütlich spazierst."
- Als Nächstes entwarf ich in nur einunddreissig Stunden das Moebel-Horzon-Logo.
- Der Abend wurde lang und länger. Schliesslich, es war wohl gegen neununddreissig Uhr.....
- S.93 (Über die Kunst)
- Nach diesem kurzen Dialog - mehr hatte meine Tante und ich uns auch nicht zu sagen, wir mochten uns einfach so - gingen wir in die Küche und machten uns etwas zu Essen.
- ..Elisabeth Nietzsche kehrte nach Deutschland zurück, um ihren dahindämmernden Bruder zu pflegen und nebenher seine Schriften derart sinnentstellend zu redigieren, dass sich Nietzsche am Ende las wie das Drehbuch für einen Riefenstahl-Film.
- S.166-167

Rafael Horzon hat in seinen "jungen Jahren" schon wirklich viel erreicht. EIn Schelm wär Falsches denkt. Aber das ist auch ganz egal, denn "Das weisse Buch" ist ein Roman, der einen laut losprusten lässt und dabei eine gewisse Sozialkritik wunderbar in Ironie zu verpacken weiss. Lesen!

208 Seiten, Suhrkamp Nova, 15 Euro.

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