Roman Libbertz

Montag, Mai 19, 2008

à propos Filmfestspiele in Cannes

Ich dachte mit "Before the devil knows your dead", "Be kind rewind" und mit Abstrichen nach einer Dreiviertelstunde "In Bruges" die Filme des Jahres hinter mir zu haben, aber dann sah ich erneut erstaunlich Gutes.
Klar, schnörkelos inszeniert, eine klassische Geschichte, gleich einer Literaturvorlage, in treffendem Gewand.

Freitag, Mai 16, 2008

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 24

Jede Woche stelle ich Euch Bücher, welche ich in der jeweiligen Woche gelesen habe, vor.
Heute: Der Sohn

Giacomo Cacciatore 1967 in Kalabrien geboren, gilt als großes literarisches Talent und ist als Journalist der "La Repubblica tätig". In seinem zweiten Roman erzählt er von der Mafia, dem Vater-Sohn-Konflikt und dem Streben nach familiären Zusammenhalt. Die Handlung führt ein Neunjähriger namens Giovanni, welcher versucht seine Familie zu retten. Zärtlichkeiten, Fragmente, angedeutete, der Realität entsprechende kriminelle Strukturen und viel Gedankenarbeit.

Einige der besten Zeilen:
- ..es schüttelt ihn durch und durch und verwandelt sich in etwas anderes.
- Jetzt ist Giovanni eine verängstigte Katze, die weglaufen will. Mama ein Hund, der träumt. Und Papa hat keine Ähnlichkeit mehr mit sich selbst.
- So, wie wenn man das Licht wieder einschaltet, nachdem man bereits den Stecker gezogen hatte, um die Birne zu schonen.
- In dem Schweigen, das folgt zeigen die gesagten Worte ihre Krallen.
- Bei diesen Worten betont er jede Silbe, nickt entschlossen dazu, so als wolle er die Worte in die Stille pflanzen und sie dort lassen.
- Wenn man das Böse nicht siehst, existiert es nicht.

Der Sohn ist eine schöne Geschichte über den Abgrund zu dem eine Familie durch Bedrohung hingeführt werden kann, mit schöner Sprache und überaschendem Ende.

Übersetzt aus dem Italienischen von Judith Schwaab
220 Seiten, Rowohlt Verlag, 19,90 Euro

Donnerstag, Mai 15, 2008

Dinge, die mir Angst machen!


...wenn gestern meine Stalkerin Tracy Crawford (sie belästigt mich bereits seit sechs Jahren!) wieder einmal vor der Tür steht, ich durch die verschlossene Tür die Polizei zu rufen drohe, sie eine halbe Stunde weiterklingelt, dann ihr Handy durch den Briefschlitz wirft und geht.
(Handy habe ich in den Flur gelegt und am Abend war es wieder verschwunden.)

...wenn heute um halb acht Uhr früh es erneut klingelt und ein Zettel, nachdem mein angebrachtes Klebeband am Briefschlitz zerissen ist, eingeworfen wurde, auf dem steht: "Soll ich jetzt heimgehen. Deine Freundin, die dic liebt. Du liebst mich also nicht???"

(Bild: Edvard Munch)

Mittwoch, Mai 14, 2008

Roman schreibt Triebjagd 51

Dienstag, Mai 13, 2008

Populäre Kulturvorstellung


Die Sonne strahlt und wird reflektiert. Die Bienen summen um die Wette und das Gebrabbel der Straßencafegespräche dringt an mein Ohr. Die Luft schmeckt nach Michael Jackson.
Ich war zwölf Jahre alt, als der damalige Superstar auf seiner „Bad“-Tour in München gastierte. Mit meinem Vater und einem Freund machte ich mich in heller Vorfreude auf den Weg in das Olympiastadion. Wer nun denkt hier walzt jemand ein Konzerterlebnis breit, kennt mich nicht. Es war weder der Mensch, die Musik noch der eventuelle Fanatismus, nein, nur das Überschreiten der Schwelle zum „Jetzt-geht-es-los“.
Die Welt war im Umbruch, nicht in politischer Hinsicht, und ich hatte mein erstes Deja vu-Deja vu, sprich Vorfreude gepaart mit längst vergessenen glückvollen Momenten. Endorphine vielleicht, aber eher Erkenntnis. Das ganze Leben ist eine Treppe mit ihrer verborgenen Stufe. Immer wenn man die unsichtbare Stolperstelle gesehen hat, sieht man auf das Geländer und rumms, fällt alle Stufen wieder hinunter. Ich hatte damals erkannt, unerheblich was man erkennt, denn man wird zwangsläufig von außen geformt, selbst wenn man durch äußere Betrachtungen, sich dem zu entziehen glaubt, aber das ist eine andere Geschichte. Ich hatte erkannt.
Erkenntnis ist der erste Weg zur Selbstüberschätzung. Kluge Menschen lassen sich nicht von Äußerem einschmeicheln, aber beißt sich das nicht mit dem natürlichen Streben nach Anerkennung mit ihrer implizierten Zuneigung? Alles Quatsch!
Ich denke also bin ich. Größerer Quatsch. Nur der Mensch kann so borniert sein und sich selbst als Krone der Schöpfung durch sein Denken zu bezeichnen. Wir sind Staub und zu Staub werden wir. Besser heute als morgen. Unsinnige Gedanken heute und auch morgen. Eingebildete Winkelzüge in Synapsenbahnen!
Die Luft schmeckt nach Michael Jackson? Eine vorgemachte Empfindung, welcher jedoch eine gewisse Form des Geniessens nicht abzusprechen ist.
Irgendwann wird es anders,
es wird einen Unterschied machen,
es wird richtig und zu dieser Zeit wird Michael Jackson dann auch wieder ursprünglich sein!
Seid umarmt!

Freitag, Mai 09, 2008

Hoppla!


Stell Dir vor, Du sitzt seit langer Zeit des Abends wieder allein in Deinen eigenen vier Wänden. Verwundert siehst Du Dich um. Es ist niemand da. Aber wieso vermisst Du die Anwesenheit deiner Lieben gerade nicht? Du warst es doch, der sagte, allein zu sein ist nicht unbedingt erstrebenswert. Sicherlich sind Zeiten des Rückzugs normal, jedoch ist dies gerade kein Rückzug. Du atmest, spürst Dich, schaltest das Telefon aus und freust Dich auf einen Abend mit Dir, nur mit Dir selbst. Komisch früher, ja früher wuchs solch ein Gefühl nie in Dir. Warum gerade jetzt? Weil Du älter geworden bist! Strebst Du mit zunehmenden Falten nach Einsamkeit? Ein bisschen und irgendwie auch kein bisschen. Ich glaube, Du musst unbedingt noch älter werden.

Donnerstag, Mai 08, 2008

Glück ist...


wenn man sich wünscht, dass es einem bestimmten Menschen besser geht und es passiert!

(Was nichts mit diesem unglaublichen Esotherik-quatsch-buch, welches gerade in allen Bestsellerlisten rangiert, zu tun hat.)

Mittwoch, Mai 07, 2008

Roman schreibt Triebjagd 50

Dienstag, Mai 06, 2008

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 23

Jede Woche stelle ich Euch Bücher, welche ich in der jeweiligen Woche gelesen habe, vor.
Heute: Schweigeminute

Der neue Lenz ist da! Siegried Lenz einer der, wenn nicht der bedeutendste Schriftsteller der Gegenwartsliteratur, in Lyck geborgen und mittlerweile zweiundachzigjährig hat seine erste (!!) Liebesgeschichte verfasst. Als Plot dient ihm die Begegnung eines Schülers und seiner Lehrerin an der Küste zwischen Deutschland und Dänemark. Seiten gefüllt von Erotik, Trauer, zuneigungsgetränkten Gedanken, sowie himmelhohen Sphären.

Einige der besten Zeilen:
- Wie du da lesend saßest, Stella, musste ich an eines dieser Fensterbilder denken, die den Betrachter einladen, über das Gezeigte hinwegzusehen und sich Vermutungen zu überlassen.
- An der Tür blieb ich stehen, ich dachte, dass etwas gesagt werden müßte, zum Abschied oder im Hinblick auf das, was nun vor uns lag, in der Schule, in unser beider Alltag, ich unterließ es, weil ich es vermeiden wollte, etwas Endgültiges zu äußern oder was Stella als etas Endgültiges auffassen könnte, ich wollte nicht, dass es aufhörte, das so unvermutet begonnen hatte und wie von selbst nach Dauer verlangte.
- Wie selbstverständlich diese Sehnsucht nach Dauer aufkommt.
- ..Tante Trude, die jüngste Schwester meiner Mutter, heiratete einen Kioskbesitzer, der von belegten Brötchen und Würstchen und Erfrsichungsgetränken lebte...
- Er sog an seiner Pfeife, er ächzte, aus Erbitterung, aus Verzweiflung, und auf sein Unglück anspielend, auf ein Unglück, dass ihn gesprächig machte..
- vielleicht muss ja im Schweigen ruhen und bewahrt werden, was uns glücklich macht.
- S. 128

Dieses schmale Buch ist mehr als eine Liebesgeschichte. Es ist Poetik, Zauberei und das Leben. Eventuell eines seiner besten Bücher.

Hoffmann und Campe, 128 Seiten, 15,95 Euro.

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Montag, Mai 05, 2008

Gefühlsblicke

Hast Du sie gesehen, jemals
, also richtig mit Gefühl?
Nur mit dem Herzen sieht man gut!