Roman Libbertz

Mittwoch, März 10, 2010

Triebjagd 155

Dienstag, März 09, 2010

Mal kein Gedicht von mir


Nackt

nackt bist du so natürlich wie eine deiner hände,
glatt, irdisch, klein, vollkommen, transparent,
mondlinien hast du, apfelwege,
nackt bist du wie der nackte weizen schlank.
nackt bist du wie die nacht auf cuba blau,
hast ackerwinden und sterne in deinem haar,
nackt bist du unerhört und gelb
wie in einem goldenen kirchenraum der sommer.
nackt bist du wie ein nagel von dir klein,
gebogen, zart und rosig, bis der tag anbricht
und du ins unterirdische der welt eingehst,
wie in einen langen tunnel aus kleidern und
aus arbeit: deine helligkeit verlischt, bekleidet
sich, entblättert, um wieder eine nackte hand zu sein.
- Pablo Neruda

und hier noch ein Kurzgedicht von Michael Lentz (Liebesgedichte "Offene Unruh" sehr zu empfehlen).

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Montag, März 08, 2010

Tja

Freitag, März 05, 2010

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 78

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, die ich in der jeweiligen Woche gelesen habe.
Heute: Superhero

Anthony McCarten wurde 1961 in New Plymouth/Neuseeland geboren. Im Alter von 25 Jahren gelang ihm zusammen mit einem Freund mit dem Stück "Ladies Night" ein großer Theatererfolg. Neben Gedichten, Drehbüchern und Kurzgeschichten schreibt er Romane. In "Superhero", das in Deutschland 2007 erschien, erzählt er die Geschichte eines 14-jährigen Krebspatienten. An dieser Stelle hätte ich das Buch wahrscheinlich angstvoll zur Seite gelegt, doch es handelt sich keineswegs um ein Problembuch. Der Roman strotz vor Witz, Gefühl und Leben.

Einige der bsten Zeilen:
- Eine Überwachungskamera erfasste ihn (heutzutage ist ja jeder im Film),
- In einem verzweifelten Versuch ihren Schmerz besser in den Griff zu bekommen, hat sie sämtliche Amazon-Bestseller zum Thema Tod bestellt, alle auf einmal, um Porto zu sparen.
- Wenn man ihn ein fettes Schwein nennt, ist es eine Beleidigung für das Schwein.
- Das Leben ist eine Geschlechtskrankheit. Die Leute verbreiten sie mit Sex, und am Ende stirbt man dran.
- Wie die meißten Männer weine ich, wenn es nicht wichtig ist.
- Wenn Don zwei Geräusche auswählen müsste, die typisch für seinen Vater sind, wäre es das Klicken des Blinkers und das Quietschen trockener Wischblätter – die Markenzeichen von Jim Delpe.
- Der Brustkorb hebt und senkt sich, ein menschlicher Blasebalg, Luft dringt ein, schnüffelt ein wenig herum und entweicht wieder.
- Wenn es geht möchte er Gott nur eine Textnachricht senden, eine zeitsparende kleine Sms, und dann abarten bis die Antwort tags drauf in der eigene Mailbox, seinem Herzen eintrifft.
- Ob Gesundheit nicht auch Metastasen bilden konnte?
- Sie stehen Brust an Brust, ihre fettstrapazierten Herzen sind aus dem Takt, aber irgendwie doch im Einklang.
- Wenn man liebt, ist alles schmalzig
- Das ist wie.....es ist wie Haleluja und Hosianna und Gloria in excelsis und Himmel auf Erden und wusch! Alles auf einmal und in einem Egg McLovin verpackt.
- S. 303

Ich habe den Fänger im Roggen geliebt, habe Goodbye Lemon sehr gemocht und dieses Werk reiht sich nahtlos ein. Ein zauberhaftes Buch.

Übersetzt von Gabriele Kempf-Allié

302 Seiten, Diogenes, 9, 90 Euro.

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Donnerstag, März 04, 2010

Mein Treffen mit Thomas Glavinic

Mittwoch, März 03, 2010

Triebjagd 154

Dienstag, März 02, 2010

Erschreckende, sehr gute Doku

Montag, März 01, 2010

Prominentes Panikattacken-Opfer


Im Jahre 1999 hatte Hugh Grant beim Dreh zu "Notting Hill" mit Julia Roberts seine erste Panikattacke. "Sie wurden dann mit den Jahren immer schlimmer, vor allem bei "Music and lyrics", dessen Dreh er nur mit starken Medikamenten stemmte. Den Grund kenne ich nicht", erklärt Grant, der daraufhin jeden nur erdenklichen Therapeuten konsultierte.
Heute kann er gut mit selten auftretenden Panikattacken und der Angst vor der Angst umgehen, indem er bewußt atmet und sich selbst Sicherheit gibt.

Freitag, Februar 26, 2010

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 77

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, die ich in der jeweiligen Woche gelesen habe.
Heute: Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein

Der 1947 in Wien geborene Andre Heller macht unglaublich viel, doch ganz gleich was er anpackt, es besitzt eine stille Schönheit. Neben Aktionskunst, den Chansons oder der Schauspielerei sollte es dieses Mal wieder ein Buch sein. In seiner Erzählung führt er uns zurück in seine Kindheit, zu seinen Prägungen und der daraus erwachsenen Sicht auf die Realität.

Einige der besten Zeilen:
- Zuerst starb der Papst. Das war eine ernste Angelegenheit.
- Es zählt zu den nachhaltigsten Traurigkeiten meiner Kindheit, dass Mutter mich nicht unbefleckt empfangen hat.
- Das Ungewöhnliche nimmt für Augenblicke Aufenthalt in gewöhnlichen Menschen.
- Mutters schmaler länglicher Kopf hatte etwas von einem Windhund, und sie nahm auch gelegentlich mit hochgezogenen Nasenlöchern Witterung auf, um festzustellen, ob eine Umgebung ihrer würdig war oder nicht.
- Zu Hause war immer jemand krank. Es herrschte eine Art Wettlauf im Betteln um Aufmerksamkeit...
- Überhaupt, wenn du Dich im Leben schon der Mühe unterziehst, etwas zu denken, dann kannst du gleich etwas Wunderbares denken.
- „Wir wollen zueinander ehrlich sein, lasst uns also schweigen.“
- Außerdem möge man sich gefälligst mucksmäuschenstill verhalten, denn die Zeit selbst würde ausschließlich wach gehalten vom Geschwätz der Menschen, vom Knarren der Fußböden unter unseren unbedachten Schritten, vom Klappern des Geschirrs und des Bestecks, sobald es in die unruhigen Hände von Kindern und Erwachsenen geriet, und tausenderlei mehr an Lärm, den die stete und dröhnende Geschäftigkeit und Wichtigtuerei so vieler Dummköpfe verursache.
- Eine Invasion von Weiß sank auf Wien herab, die den Dingen im Freien alle Buntheit und Klarheit der Formen nahm.
- „Hör zu: Geboren wird man als Entwurf zu einem Menschen, und dann muss man zeit seines Lebens aus sich einen wirklichen Menschen machen.
- S. 126.

Ein Buch wie das Leben. Rund, witzig wie melancholisch und hoffnungsvoll. Nicht nur aufgrund der wunderbaren Sprache ein wirklicher Lesegenuss.

144 Seiten, S.Fischer-Verlag, 16, 90 Euro.

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Donnerstag, Februar 25, 2010

Aus "Eine Frau in Paris"


"Die Welt besteht nicht nur aus Helden und Schurken , sondern aus Männern und Frauen mit allen Leidenschaften, die Gott ihnen gegeben hat"