Freitag, April 22, 2011

Buchvorstellung mit Roman L - Ausgabe 108

Jede Woche stelle ich Euch Bücher vor, die ich in der jeweiligen Woche gelesen habe.
Heute:

Der 1990 verstorbene Italiener Alberto Moravia zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern der Welt.
Im Jahre 1955 schrieb er eine Erzählung über den Jugendlichen Luca, der sich gegen das Leben stellt.

Einige der besten Zeilen:
- Er haßte sein Eigentum zwar, seitdem er begriffen hatte, daß es ihn an die Umwelt band, ihn zwang, sie anzuerkennen;
- Die Wipfel schienen hin und her zu laufen wie Menschen in panischer Angst.
- Wollte man leben, so musste man gern in die Schule gehen, Vater und Mutter lieben, Geld sparen, Besitz horten, essen.
- Zuweilen fuhr unten auf der Strasse ein Auto vorbei, wischte wie mit einem Lichtstrahl über die Wände des Zimmers und zeigte Luca den Raum in jäh erhelltem Dunkel.
- Das Wetter wirkte unentschlossen.
- Ja, an dem Tag seiner Geburt hatte er nicht zu leben, sondern zu träumen begonnen, einen schrecklichen, sinnlosen Traum.
- Ein Faden verband ihn mit dem Leben, ein Faden, der immer wieder riß;

Eine sprachgewaltige Gedankenreise in die Tiefe und aus ihr heraus.

144 Seiten; Verlag Klaus Wagenbach; 9, 90 Euro.

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