Donnerstag, Mai 31, 2007

Gibt es keine Tiefe ohne Oberflächlichkeit?



Er: Ich fange an und frage etwas!
Sie: Aber wie sollen wir es nennen?
Er: Der Traum-zusammen-glücklich-zu-sein?
Sie: Der Traum-miteinander-für-immer-glücklich-zu-sein?
Er: Der Traum-zusammen-für-immer-glücklich-und-zufrieden-zu-sein?
Sie: Der Traum-miteinander-für-immer-glücklich-zufrieden-und-füreinander-da-zu-sein?
Er: Ja, das klingt schön!
Sie: Wird es funktionieren?
Er: Ja!
Sie: Wirklich?
Er: Ich weiss es nicht!
Sie: Fang an!
Er: Was wird Dir bei mir als erstes auf die Nerven gehen?
Sie: Deine schlechteste Eigenschaft. Was ist das?
Er: Meine Sprunghaftigkeit.
Sie: Wie lange würde es dauern bis ich dir langweilig wäre?
Er: Ich weiss es nicht. Ich bin mir manchmal selbst langweilig.
Sie: Im Alter wird das schlimmer.
Er: Was interessiert Dich an mir?
Sie: Dass Du mir Interesse entgegenbringst.
Er: Hast Du die Illusion im Herzen, dass für immer zusammen zu sein eine Liebesangelegenheit ist? Das könnte uns viele Komplikationen ersparen.
Sie: Liebe, Hoffnung und Vertrauen sind die Wörter mit denen wir spielen.
Er: Versuchen wir es?
Sie: Ich weiss es nicht.

Mittwoch, Mai 30, 2007

Dämonenaugen


Es gab vor langer Zeit einen sechzehnjährigen Jungen, der mit seiner Freundin bereits eineinhalb Jahre vergnügt zusammen war. Sie sahen sich in der Schule und auch am Abend. Fast jeden Abend. An diesem täglichen Ritual änderte sich auch nichts, als sie sich die Haare kurzschneiden liess. Er war mit ihr bei Choiffeur gewesen und fand das veränderte Aussehen gut.
Am nächsten Morgen erwachte sein Kopf plötzlich aus dem weichen Daunenkissen und seine Augen bahnten sich durch den Liderwiderstand zum Licht. Seine Freundin lag mit dem Rücken zu ihm, als sein Blick auf die vielen kleinen Spitzen an ihrem wohlgeformten Hinterkopf fiel und Irislichter sich für einen kurzen Moment zu verfinstern begannen. Seit diesem Augenblick beobachtete er ihre Haare. In der Schule, wie auch an den Abenden. Jede gemeinsame Minute waren sie präsent.
Von Tag zu Tag wurde so ihr Wesen mehr und mehr von diesen kleinen Haarspitzen eingenommen. Jede ihrer Bewegungen, jede Geste, jede mimische Regung wurde zu ihnen, bis irgendwann der Tag kam, an dem ihre Haare selbst ihre Sprache und ihrem Atem einnahmen. Sie war, ohne ihr Zutun, gänzlich vereinnahmt und in seinen Augen zu kurzen Haarspitzen geworden.Das war der Tag an dem die Beiden für immer auseinandergingen.
Dämonenaugen!

Montag, Mai 28, 2007

Erlangst Du es?

Samstag, Mai 26, 2007

Nachtsätze


Wenn Du schläfst bist Du mir nahe, jedoch ebenso fern. Ohne Kraft und doch mit soviel Stärke.

Mittwoch, Mai 23, 2007

Endlich! Das Prequel

Popcorn bereithalten!
Was ihr nun zu sehen bekommt ist meine, von Nilzenburger arrangierte, Vorankündigung des großen Lesereisenfilms der "Literarischen Zukunft Deutschlands" Tour April 2007!

Und alternative Vorankündigungen hier!
Seid nett....

Sonntag, Mai 20, 2007

Vertigo


Es scheint ,als sei der Schlaf eine ,aus dunklem Gras, gewachsene Blume,
Die Dunkelheit hüllt mich in seine Decke, welche den Einband der Nacht ihren Höhepunkt nennt. Als ich meinen Kopf nach hinten bewege, lassen meine Augenhölen ihr Inneres leicht brennen. Es flirrt, verschwimmt und eine kleine Träne drückt sich über die Grenze des Augenlids. Über mir befindet sich eine lebenslange Decke, die nichts verhüllen muss, oder als Korrektiv nötig ist, Neben dem Glauben an sich selbst, fühlt sie sich, wie eine weitere Sicherheit im Raum der Veränderung an.
Kein Platz für Wolken. Keine Not. Kein Zwang.
Ich atme ein und aus. Atme aus und ein. Sauerstoff, der luftiger als die Stadt riecht, durchströmt meine Lungenflügel.
Dann breitet sich plötzlich meine Seele aus, fliegt und wird schließlich zu diesem wunderschönen Sternenhimmel.

Sonntag, Mai 13, 2007

Triebjagd?

Nehmen wir nur an, ich würde ab Dienstag , hier, eine wöchentliche Kolumne verfassen, dann wären die letzten Zeilen meines morgigen Traktats folgende:
Im ersten Morgengrauen zeichnet sich über dem Haus der Kunst ein kleiner, sichelförmiger Mond im hellblau ab. Bald wird er verschwunden sein. Ich ziehe den am Ausgang erhaltenen, technoiden Flyer aus meiner rechten Hosentasche und lese: “Er...wachet“, „Veteranentreffen“ und darunter „Special DJ Peter Pan“- Ich lache bis mir die Tränen kommen. Rave halt.....

Freitag, Mai 11, 2007

In zweierlei Lettern


Posteingang: Die Zeit hier ist sehr schön, aber leider ist es kein gedankenloses sein.
Postausgang: Denken, mehr denken - ach wäre es doch nur möglich das Leben ganz zu erdenken, dann müssten wir es nicht mehr leben
!

Donnerstag, Mai 10, 2007

Ichkönnteschreiben...

dassichgesternumhalbfünfUhrausdemSchlafauftauchteund
einehalbeStundedasdaraufberuhendeunterbewußteGefühl
durchMeditationnachwirkenliessIchkönntedarüberhinaus
verfassendassichmichfrüheraneinemTagwiegestern
zweimalirrsinniggefreuthättezweimalsehrenttäuschtundeinmaltrauriggew
esenseiabermeinGefühlslebenwohlnurinderlängstzurückliegendenVergange
nheitderartausgefallenwäreichinderNachtHalsschmerzenbekamjemandumvie
rtelvorfünfanmeinerTürSturmklingeltewodurchichjedochtrotzdemnichtauf
machteundheutemitGrippeimBettliege.... -der Konjunktiv-

Dienstag, Mai 08, 2007

Lebhaft - Eine Fabel


Eines regnerischen Tages, als der Himmel gegen das Grau verloren hatte, traf der, von seinem Verstand gequälte Räuber am Wegesrand auf einen Mönch. Seinem inneren Unmut kundzutun, sprach er ihn unversehens an:
„Ich bin ein Übeltäter und leide unter meinem Leben. Gibt es für mich einen Ausweg? Was kann ich nur tun, um diesem elenden Leben zu entgehen?"
Der seelenruhige Mönch blickte den Räuber, ohne die leiseste Wertung in seinem Geiste aufkommen zu lassen, von oben bis unten an. Dann öffnete er seinen Mund und über seine Lippen hinweg sprudelte die Frage, auf welchem Gebiet denn dessen Talent verborgen wäre.
"Nirgendwo", antwortete der Räuber augenblicklich.
"Da gibt es nichts?" ,fragte der Mönch erstaunt und führte verwundert aus, dass es doch irgendetwas geben müsste, was sein Gegenüber gut könne.
Der Räuber verstummte für einen Augenblick und gab schließlich kleinlaut zu:
"Da gäbe es etwas. Ich kann gut stehlen!"
Der Mönch schmunzelte darufhin und sprach:
"Ausgezeichnet, das ist genau das, was du jetzt brauchen wirst. Geh an einen abgeschiedenen Ort und raube alle deine Wahrnehmungen. Stiehl alle Sterne vom Himmel und löse sie in einem Sack der Leerheit auf, dem allumfassenden Raum der Natur des Geistes."
Der Räuber befolgte seinen Rat und es dauerte keine einundzwanzig Tage bis sich ihm die Natur seines Geistes offenbarte.

(Bild:"Die Qualle im Weltmeer segelt, es ist Quatsch wenn man im Wasser vögelt" von Martin Kippenberger 1995)

Sonntag, Mai 06, 2007

Früher schien alles besser, heute ist es gut!