Trennungen - ganz kurz

Aus gegebenem Anlass, namentlich der Kommentare des gestrigen Artikels:
Ich habe geheult, konnte an die Wand springen, ich war gleichgültig, ich machte mir etwas vor.
Das sind die Reaktionen auf die Trennungen, im Volksmund "Schluss machen", meines Lebens.
Das bringt uns zum Sinn von Trennungen.
Ich, (ihr) werde(t) es nie verstehen ?
Doch am Ende dieses Textes, eventuell etwas mehr.
Versuchen wir es einmal auf folgende Weise:
Zwei Menschen gehen gewisse Zeit ihren gemeinsamen Weg.
Hier werden Erfahrungen, wie Erlebnisse geteilt und neue Aufgaben zusammen bewältigt.
Die Bildung eines gemeinsamen Bandes ist möglich.
Bleibt diese Verbindung nun, über die Phase der Endorphinausschüttung im Gehirn, im Volksmund
Verliebtheitsphase
hinaus, bestehen, kann von (abgesehen von Abhängigkeitsverhältnissen, die hier nicht betrachtet werden sollen,) von aufrichtigen Gemeinsamkeiten dieser Menschen gesprochen werden.
Durch äußere Reize kann diese Zweisamkeit jedoch auf harte Proben gestellt werden, ebenso wie wir in unseren eigenen Leben jeden Tag die eine oder andere Aufgabe bewältigen müssen.
(Eingegangen wird heute auch nicht auf Paare, die sich von ihrer Umwelt gänzlich in ihren Beziehungen abschotten.)
An diesen möglicherweise kritischen Punkten ist entscheidend, inwieweit jedes einzelne Individuum die Brücke zu sich selbst überschritten hat. Wie oberflächlich ist man?
Meiner Meinung nach sind wir in dieser Welt nur fähig, eine enge bestandskräftige Verbindung herzustellen, wenn man relativ unabhängig von täglichen, oberflächlichen Reizen ist.
Auf der einen Seite, scheint für mich klar:
-Zerreißt sich dieses Band liegt es ,durch die Partnerwahl und den eigenen Charakter oder andere individuelle Punkte, somit mit an einem selbst und stellte eine Niederlage des eingenen Charakters dar.
Auf der anderen Seite:
Die Trennung einer aufrichtigen, engen Verbindung wiederum wäre sinnlos.
Folgerichtig ist es nun, dass die meißten Trennungen, welche wir durchleben oder bei Anderen erleben, den Makel einer wirklichen Verbindung aufweisen.
Aus diesen Schlussstrichen resultiert oftmals, wie bei mir beschrieben, Selbstmitleid, Wut, Gleichgültigkeit und einiges mehr. Bei diesem Aufkommen ist das Ego, also der geprägte Verstand, federführend und nicht das Innere, im Volksmund das Herz.
-Besteht ein tiefer, innerer Zusammenhang zweier Menschen wird dieser Fortbestehen und eine Trennung kann alleinig örtlicher Art sein!
Nach diesem sehr kurz angerissenen, (dass entscheidend tiefer und in anderer Form in dem Sachbuch, an welchem ich gerade arbeite, ausgeführt wird,) ist es nicht verwunderlich, dass einer meiner Lieblingsfilme "Casablanca", mit einem der besten Filmsätze jemals, ist:
"We still got Paris!". Das ist Mitgefühl, Verständnis, Selbstdisziplin und Nächstenliebe.
- Tragischerweise zu oft nur in Filmen.
Seid nett.....
(Bild von Agnes Martin, gerade bei Sotheby´s zu kaufen ,Sale 7938)





22 Meine Meinung:
Teile Deine Meinung voll und ganz
Dito
Das freut mich mit dieser Meinung nicht alleine dazustehen. Grazie
ich freue mich darüber zu lesen...und gleichzeitig stimmt es mich traurig, all diese -ich möchte es tatsächlich so nennen- Fakten zu lesen und wieder zu erkennnen wie sinnlos manches war.
Schreibe über das Ankommen. Irgendwann. Ich bin süchtig danach. Bitte.
Ich bin seit 20 Jahren mit dem Göttergatten zusammen.Immer, wenn ich zu sehr in seiner Herzhälfte war, oder er in meiner, da dachten wir, es geht SO nicht mehr.
Ich bin ein Individuum. Und das bleibe ich auch. Zu einem doppelten Lottchen mutierend? Niemals...
Wir sind konform, in jedem Satz, jedem Wort und jedem Buchstaben.
Auch nach 20 Jahren sehe ich es nicht als lebenslang, sondern für den Moment gerade...
Die wieimwahrenLebenmanweißniewaskommt Besucherin
@fannerl: smile
@besucherin: ich wusste, dass mir die Kürze des Artikels Erklärungen einbringen wird. ich versuchs nochmal kurz:
1.Also jeder bleibt alleine, Dalai L: Du wist alleine geboren und stirbst auch alleine.- da gehe ich mit dir konform.
2.Eine Beziehung in der heutigen Gesellschaft sehe ich, wie einen gemeinschaftlichen Vertag mit Verstandnis, Vertrauen und Nächstenliebe,
Wir vereinbaren zusammenzubleiben, so wie früher die Ehe dies erfüllen sollte. So scheint es bei Dir. Das ist auch logisch, denn ich glaube du hast ja Kinder (hier jönnte ich wieder ewig ausführen)
3.Niemand kann in die Zukunft sehen, aber ihr wisst dass ihr euch immer lieben werdet auch wenn ihr euch irgendwanneinmal trennen werdet.
Da ist (leider) 'was dran, mein Lieber!
Schreib schnell fertig, will das Buch!
X
mit einem smile gebe ich mich nur fürs erste zufrieden -smile-
Ja, es ist so. Einmal empfundene Zuneigung hört nicht auf, es sei denn, man beginnt, den anderen zu verabscheuen, aber wann geschieht das schonmal? Meist bleibt man doch verbunden, und das Interesse am anderen aufrichtig, auch wenn der Lebensweg kein gemeinsamer mehr ist. Aber selbst wenn die Liebe in abgrundtiefe Abneigung umschlägt, so ist diese Abneigung doch auch eine Art Zuneigung, ein ebenso großes Gefühl wie die Liebe.
Was am Ende meist bleibt, ist eine Sammlung schöner Momente. Trotz allem. Trotz dem Wissen, dass es nicht zu einem längerem Miteinander gereicht hat. Dieses Scheitern im Angesicht des so greifbaren Glücks ist es, das die Sache so bitter macht.
Wie kann denn aufrichtige zuneigung in etwas negatives umschlagen, das ist meiner meinung nicht möglich. Liebe ist ein reines gefühl, alles andere nicht. tut mir leid, kann ich so nicht ganz nachvollziehen
und wieder derselbe chemie-stuss wie immer. es macht trennungen weniger schmerzhaft wenn man sich einredet, das es ist wie du sagst.
das ändert aber nichts daran, das es falsch ist. eine trennung ist nie die summe der gemeinsamen teile. im gegenteil, eine trennung ist eine mühsame aufbröselung eines ist-zustands in einen war-zustand mit eventuellem ausblick auf einen wird-zustand, der dann aber auch jedesmal und personen-sensitiv changiert. in der gemeinsamkeit verloren gegangene ich-teile werden versucht zurück zu erobern, lane bevor der eigentliche trennungsmoment da ist. wenn man zu viele dieser teile verloren glaubt, so wird erst die trennungsabsicht konkretisiert.
oder um es mal kurz zu sagen: dein text ist wie ein spruch, den man immer nach trennungen als gut gemeinten ratschlag hört: wer weiss wozu es gut ist. so ein quatsch, trennung ist immer scheisse. und trauer spielt eine grosse rolle dabei, die du bewusst ausklammerst, weil sie nicht in dein konzept des nüchtern betrachteten schmerz passt. davon geht sie aber nicht weg.
p.s.: trauer ist nicht selbstmitleid.
schön dass du das so siehst, wo wir gerade doch nebeneinandersitzen und du es mir gerade auch noch vorliest.
ich stimme dir mit dem ist, war... zu, nichts anderes habe ich aber geschrieben, denn besteht nicht wirklich eine gemeinsamkeit, denn ist jede berührung von anfang an dem untergang geweiht,
ich nannte es kurz partnerwahl, aber ich glaube ich schreibe jetzt nicht weiter und du legst dich auf die couch ich shol meinen block, setzt mich in den sessel und du erzählst erstmal.....
@roman: Es ist mir noch nicht passiert. Nicht in partnerschaftlichen Beziehungen. Da lebt die Zuneigung weiter, wenn das unmittelbare Miteinander weg ist. Aber es geht. Wenn die Verletzungen so tief sind und der geliebte Mensch nicht mehr die Person ist, die sie einst war, wenn der Schmerz angesichts dieses Zustandes und der gemeinsamen Erlebnisse so sehr um sich greift, dass man ihn nur noch verdrängen kann, dann schlägt die Zuneigung um. Das macht das Gefühl aber nicht minder intensiv, und der Raum, den es einnimmt, ist nicht kleiner.
liebe nessy,
ich glaube erneut nicht, dass sich der menschliche charakter wirklich ändert, nur das geprägte ist veränderbar das innere nicht, also ebenso wie bei nilz, von anfang an...
nur mit dem herzen sieht man gut
Das Innere ist veränderbar, und diese Erkenntnis, gepaart mit der Beobachtung, dass es sich durch Stoffwechselvorgänge ebenso wie - in Gegenrichtung - durch Medikamente beeinflussen lässt, ist sehr verstörend. Es lässt die Frage aufkommen, was es überhaupt ist, das den Menschen und seine Seele ausmacht. Ich bin kein esoterischer Träumer und die genaue Erörterung führt auch am Thema Deines Beitrags vorbei, aber beim Herzen kann sich eine Fehlsichtigkeit einstellen, die bei Anderen große Wunden hinterlässt.
Deine Texte sind Versuche, eine Gefühlsmathematik aufzustellen ( oder, wie Nilz sagt, chemische Gleichungen).
So möchtest du auf die Gleichung
1 + 1 = 2
hinaus.
Klappt aber nicht.
Wieso?
Weil 1 + 1 = 2 uns dazu befähigt, Häuser zu bauen, Raketen in den Weltall zu schicken und Tiere zu klonen.
(Ob man so manches für gut heisst oder nicht..)
Diese Mathematik funktioniert.
Deine Mathematik sagt, dass 1 gleich 1 ist, ohne jegliche Weiterführung.
So bleibt der Ziegelstein Stein, weiss nicht, dass er in Vielzahl zu einem Haus werden könnte und findet darin seien Frieden...
Das ist also das
happy end..?
Die Akzeptanz der Wahrheit sollte nicht zum Stoppschild des Mutes werden, seinen Gefühlen nach zu gehen.
Das unterscheidet uns vom Stein.
Dich grüßend,
eine Freundin
Deswegen hatte ich geschrieben ganz kurz, also nimm einfach mit dass eine aus Mitgefühl, Verständnis und Vertrauen geschwängerte Verbindung nie reissen wird und dass aufgrund geprägtem Verhaltens viele Beziehungen diesen Grad nie erreichen können.
Du Freundin
Der Mensch ist eine Maschiene, ein Apparat, dessen Festplatte geladen wird/wurde. Das Löschen der Festplatte, vergleichbar mit dem Befreien von Prägungen, dient nur einem Zweck..
Dem neuen Beladen
ja nur dann ist die prägung gelöscht-ihr habt vergleiche.einmal ist man ein stein, dann eine maschine.ts ts ts.aber freu mich wenn man sich als solcheS fühlen kann
Habe ein ganzes kapitel über prägungen geschrieben mit allerlei psychologischen studien, gibt es aber erst in der zukunft und würde den blog sprengen
Kennst du "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm. Dennoch finde ich stark psychologisch geprägten Unterscheidung in verschiedene Arten der Liebe ganz gelungen. Ich stimme zu, dass Liebe nicht richtig endet, wenn sie rein war. Aber sie kann sich wandeln und ein neues Gewand erhalten im Laufe der Zeit. Und wenn manche Beziehungen einen Grad nicht erreichen, ist es die Frage, inweiweit beide Seiten das wollen und erkennen. Sind beide geprägt bleibt ihnen vielleicht etwas verschlossen. Aber in ihrer Unfähigkeit das zu Wissen, ist der Sein-Zustand für sie doch der Gipfel des Möglichen.
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